Bundestagswahl 2013 Die FDP liegt am Boden

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Die FDP hat ein beispielloses Debakel bei der Bundestagswahl erlebt. Zum ersten Mal überhaupt ist die Partei nicht mehr im Bundestag vertreten. Doch in dem Chaos gibt es einen, der sich in den Vordergrund drängt.

Berliner Büro: Thomas Maron (tm)
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Berlin - Es ist gewiss der schwerste Gang ihres Lebens. Rainer Brüderle, der Spitzenkandidat, und Philipp Rösler, der Parteichef, stehen auf dem Podium im Berliner Congress Center, kein Applaus, sie blicken in fassungslose Gesichter. Brüderle wirkt gefasst, Rösler wie paralysiert, neben ihm, FDP-gelb gekleidet, Röslers Frau Wiebke, die mit den Tränen kämpft. Brüderle will die Hoffnung da zwar noch nicht ganz aufgeben, aber Rösler scheint sich schon keinen Illusionen mehr hinzugeben.

 

Was bleibt, sind Durchhalteparolen. Es werde schwieriger, aber die FDP sei noch nicht am Ende, man werde kämpfen, damit die „Stimme der Freiheit weiterhin Gehör finde“, sagt Brüderle. Was man halt so sagt in solchen Momenten. Rösler, der in seinem Wahlkreis nur 2,6 Prozent der Stimmen holte, spricht von „der bittersten, der traurigsten Stunde“ der Partei. Es sei klar, „dass er „die notwendige politische Verantwortung übernehmen werde, gar keine Frage“. Brüderle sagt das auch. Sie deuten ihren Rückzug an, wollen aber noch das totale Chaos verhindern, den Übergang organisieren. Aber wie will man einen Übergang für eine Partei organisieren, von der nicht mehr viel übrig ist?

Die Menge stöhnte auf, als die ersten Prognosen gesendet wurden. Als habe man die Liberalen getreten, ihnen in die Magengrube geboxt. Tonlos stellten die Leinwände der FDP eine Rechnung aus, mit der keiner gerechnet hat. Erstmals ist die FDP in der Geschichte der Bundesrepublik raus aus dem Bundestag. Es ist ein Desaster. Die Parteispitze hoffte, es mit einer Mitleidsnummer wieder einmal zu packen. Aber diesmal machten die Wähler nicht mit. Sie straften ab, die Zweitstimmen wanderten nicht von der Union zur FDP.

Einen Plan B hat die FDP nicht

„Für diese Situation gibt es keine Pläne“, sagt einer der Parteimanager. Was jetzt passiert, sei völlig offen. Es seien keine Allianzen erkennbar, die sich für diesen Fall im Hintergrund schon in Stellung gebracht hätten. War ja ohnehin nur ein Zweckbündnis, das die führenden Köpfe der Partei öffentlich zur Schau stellten, um gemeinsam den Wiedereinzug zu sichern. Markus Löning, der Menschenrechtsbeauftragte, macht seinem Ärger Luft. Dass es so schlimm werde, damit habe er nicht gerechnet. Aber die Fehler lägen doch auf der Hand. Einfach nur wegducken und keine Fehler machen, sei von Beginn an eine bescheuerte Strategie gewesen, sagt Löning. Wie es denn sein könne, dass eine Partei, die fünf Ministerien besetze, im Wahlkampf keinerlei inhaltliche Akzente setze. Ein anderer sagt, der Eurokurs habe der Partei das Genick gebrochen und die Alternative für Deutschland aufgebaut.

Nachmittags um halb fünf hatten die Granden der Partei erstmals die schockierenden Zahlen der Nachwahlbefragung, der so genannten Exit-Polls, analysiert. Kaum Gespräche, keine Wenn-dann-Erwägungen, stilles Entsetzen machte sich breit. Dass es am Ende doch nicht reichen könnte, damit haben sie nicht gerechnet. Ob die Regierungsbeteiligung noch drin sei, bleibe dahingestellt, hieß es vor der Wahl. Aber solide sechs bis sieben Prozent sollten schon drin sein – und dann das.




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