Bundestagswahl im Kreis Böblingen Wo die AfD die meisten Stimmen bekommen hat

Was waren die Besonderheiten bei der Wahl im Kreis Böblingen? Foto: dpa/Michael Kappeler

Wie bei jeder Wahl gibt es auch dieses Mal Besonderheiten. Wir haben uns angeschaut, wo Parteien besonders gut abgeschnitten, wo sie besonders viel verloren oder wo sie besonders viel gewonnen haben.

Die CDU geht im Wahlkreis Böblingen als klare Siegerin des Abends hervor. Konkurrenz macht ihr nur die Wahlbeteiligung, die sogar über dem Bundesschnitt lag. Andere mussten hingegen bittere Niederlagen einstecken. Ein Überblick über Zahlen, die hervorstechen.

 

Wahlbeteiligung Bei der Bundestagswahl 2025 haben zahlreiche Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben. Im Bundesdurchschnitt liegt die Beteiligung bei 82,5 Prozent. Ein historisch hohes Ergebnis: Die 80-Prozentmarke wurde das letzte Mal 1998 geknackt mit 82,2 Prozent. Auch der Kreis Böblingen hat nicht enttäuscht und liegt mit seiner Wahlbeteiligung mit 84,4 Prozent (2021: 79,7 Prozent) sogar über dem Bundesdurchschnitt. Nicht überraschend ist dabei, dass die Wahlbeteiligung in allen Kommunen im Kreis Böblingen angestiegen ist, keine schneidet unter 80 Prozent ab. In Altdorf haben mit 89,4 Prozent die meisten Menschen gewählt, Sindelfingen und Böblingen bilden mit jeweils rund 80 Prozent die Schlusslichter.

Gewinner und Verlierer Nach einem turbulenten Wahlkampf haben sich im Kreis Böblingen bei der Wahl am Sonntag Gewinner und Verlierer herauskristallisiert. In allen Kommunen haben die Parteien CDU, AfD und Die Linke im Zweitstimmenergebnis durchgängig dazugewonnen.

Die Verlierer der Wahl sind dagegen SPD, Grüne und FDP. In allen Kommunen im Kreis haben diese Parteien Verluste eingefahren. Die höchsten Verluste verzeichnet die FDP, die im Bund ihren Einzug in den Bundestag verpasst hat. Doch ein Blick in die Vergangenheit versetzt dem Siegeszug der CDU einen gewissen Dämpfer: Zwar hat die CDU im Vergleich zur letzten Wahl (2021: 26,1) wieder an Stimmen gewonnen (2025: 33,29). Doch in den letzten zwölf Jahren hat die Partei im Kreis viele Stimmen eingebüßt. 2013 lag das Zweitstimmenergebnis der CDU noch bei 46,9 Prozent. Die Grünen haben bis 2021 hingehen zugelegt: Von 10,4 Prozent (2013) konnten sie ihr Zweitstimmenergebnis auf 16,8 Prozent (2021) steigern. Bei der vergangenen Wahl folgte dann der Absturz auf 13,91 Prozent. Davon kann auch die FDP ein Lied singen: Von 18,1 Prozent (2021) fiel ihr Ergebnis auf rund sieben Prozent (2025).

AfD-Hochburg im Kreis Bundesweit hat die AfD bei der Bundestagswahl am Sonntag deutlich zugelegt. Auch im Kreis Böblingen gehört die in Teilen rechtsextreme Partei zu den Gewinnern. Auf fast 25 Prozent kam die AfD in Mötzingen (24,81), auf mehr als 20 Prozent in Jettingen (22,58) und Gäufelden (20,46). Den stärksten Zuwachs verzeichnet die AfD im Vergleich zur Wahl 2021 in Mötzingen mit 12,76 Prozentpunkten. In Nufringen hat die AfD am wenigsten Wähler: Dort stimmten entgegen dem Trend nur 14,6 Prozent der Bürger für die Partei.

Klarer Gewinner Biadacz CDU-Kandidat Marc Biadacz hat in allen Kommunen im Wahlkreis Böblingen gewonnen und zieht mit 37,49 Prozent per Direktmandat zum dritten Mal in den Bundestag ein. Damit verbessert er sich im Vergleich zur letzten Bundestagswahl um 7,6 Prozentpunkte, schrammt aber knapp an seinem bislang besten Ergebnis von 2017 vorbei als 38,8 Prozent der Erststimmen auf ihn entfielen.

In elf von 23 Kommunen lagen die Zustimmungswerte für Biadacz dieses Jahr über 40 Prozent. Ein leichtes Land-Stadt-Gefälle ist zu erkennen. Während der 45-Jährige in den Gemeinden besonders stark war, reihen sich die vier großen Kreisstädte Leonberg, Herrenberg, Sindelfingen und Böblingen auf den hinteren Plätzen ein. Das höchste Ergebnis erzielte er mit 44,57 Prozent in Hildrizhausen, das niedrigste mit 33, 79 Prozent in Böblingen. Die Orte entsprechen dem jeweils höchsten und niedrigsten Zweitstimmenergebnis für die CDU.

Trotz deutlichem Stimmenzuwachs ist Biadacz von den Werten seines Vorgängers Clemens Binninger noch weit entfernt. Bei der Bundestagswahl 2013 kam Binninger auf 54 Prozent der Erststimmen, die CDU im Kreis versammelte allerdings auch deutlich mehr Zweitstimmanteile auf sich (2013: 46, 9). Die Zahlen zeigen: Das Wahlverhalten hat sich auch im Kreis verändert und diversifiziert.

FDP in der Krise Die FDP hat nicht nur bundesweit, sondern auch im Landkreis Böblingen schlecht abgeschnitten. Die größten Verluste verzeichnet die Partei bei den Zweitstimmen in der knapp 3800-Einwohner-Gemeinde Mötzingen. Dort bekam sie nur 6,2 Prozent der Stimmen. Das sind 13,75 Prozentpunkte weniger als noch bei der Bundestagswahl 2021. Auch in Gärtringen hat sie im Vergleich zu damals 13,47 Prozentpunkte verloren.

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