Bundestagswahl in Stuttgart CDU-Kandidatenkür: Keine Experimente

Erfolgreiches Duo: Karin Maag (links) und  Stefan Kaufmann feiern ihren gutes Abschneiden bei der vorigen Wahl. Foto: Heinz Heiss
Erfolgreiches Duo: Karin Maag (links) und Stefan Kaufmann feiern ihren gutes Abschneiden bei der vorigen Wahl. Foto: Heinz Heiss

Noch ist der Wahltag für die Bundestagswahl im Herbst 2017 gar nicht bekannt, da haben die Christdemokraten in der Landeshauptstadt schon ihre Kandidaten nominiert.

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Stuttgart - Die Christdemokraten in der Landeshauptstadt wollen mit einem bekannten und bei der zurückliegenden Wahl erfolgreichen Duo in den Bundestagswahlkampf 2017 ziehen. Die Mitgliederversammlung nominierte am Freitag im Hospitalhof Karin Maag und Stefan Kaufmann. Der Kreisvorsitzende Kaufmann blieb dabei ohne Gegner und erhielt 83 von 91 gültigen Stimmen (91 Prozent).

Gegen Karin Maag wagte sich die 30-Jährige Projektmanagerin Julia Reznitcaia auf die Bühne. Die junge Frau, die im Jahr 2000 aus Moldawien nach Stuttgart kam und sich 2011 für den deutschen Pass entschied, brauchte nur vier Minuten für ihre Vorstellung. Sie wolle einen aktiven Beitrag für die Migrantenbildung leisten und habe sich im Landtagswahlkampf für Guido Wolf engagiert, sagte sie. Reznitcaia erhielt acht, Maag 89 der 97 gültigen Stimmen (92 Prozent).

Beide sind seit 2009 im Parlament

Die beiden Juristen Kaufmann und Maag gehören dem Parlament seit Oktober 2009 an und wollen ihre dritte Wahlperiode erreichen. Beim Kräftemessen mit SPD und Grünen konnten beide in der ansonsten durchgrünten Landeshauptstadt 2013 einen erheblichen Vorsprung verbuchen. Kaufmann (46) hatte sich im Filderwahlkreis mit 42 Prozent gegen Cem Özdemir von den Grünen (27,5 Prozent) durchgesetzt, Maag (54) im Norden mit 43,8 Prozent Nicolas Schäfstoß (26,1 Prozent) auf Distanz gehalten. Sie schaffte damals in ihrem Wahlkreis das zweitbeste Ergebnis der CDU seit 1949.

Für Kaufmann könnte es 2017 die Neuauflage des Duells mit dem Bundesvorsitzenden der Grünen geben. Der Realo Özdemir, der über die Landesliste ins Parlament zog, sucht sich über Steuervorschläge als Spitzenkandidat der Ökopartei zu profilieren. Die Grünen wollen in einer Urwahl zum Jahresende ihr Spitzenduo bestimmen. Dann könnte auch klar sein, wann Deutschland wählt. Der Urnengang muss zwischen dem 23. August und dem 22. Oktober liegen.

CDU als „einzige Volkspartei“

Kaufmann und Maag trugen ihre Leistungsbilanz im Hospitalhof ohne Pathos vor, lobten die Kanzlerin Angela Merkel, übten aber leise Kritik an deren Rolle in der Flüchtlingskrise vor einem Jahr. „Mir ist es wurscht, was zur Begrenzung der Flüchtlingszahlen geführt hat, Hauptsache, es funktioniert“, sagte Maag.

Beide Kandidaten betonten, wie schwierig der Wahlkampf wohl werde. Die AfD müsse zurückgedrängt, die Grünen müssten entzaubert werden, sagte Kaufmann. Zentrale Themen sollten innere und äußere Sicherheit und Chancengleichheit sein. Auch Maag will auf „klassische CDU-Themen“ setzen. Die Christdemokraten seien „die einzige Volkspartei“, so Kaufmann.




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