„Sie spielen in der obersten Liga der herausragenden Menschenfreunde“, unterstreicht Sabine Kurtz bei ihrer Laudatio für Alexandros Efstathiou, den alle nur „Alex“ nennen, am Montagnachmittag in der Alten Turnhalle. Es sei ihr „wirklich eine Ehre“, so die Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande und damit den höchsten Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland zu verleihen.
Sie beschreibt Alex Efstathiou als Menschen mit „einer inneren Verpflichtung zu helfen“ – und zwar dauerhaft. „Das ist schon etwas Besonderes.“ Vor allem da Alex sich mit seinem „Lebensprojekt“ in erster Linie um kranke Kinder und Jugendliche kümmert. So viele schwere Schicksale könne nicht jeder dauerhaft aushalten.
Rund eineinhalb Million Euro gesammelt – bis jetzt
Seit mehr als zwei Jahrzehnten engagiert der in Herrenberg geborene Gastronom, der sich selbst als „griechischer Schwabe“ bezeichnet. Mit seinen Kinderherzaktionen, bei denen unterm Strich bis jetzt knapp 1,5 Millionen Euro an gesammelten Spendengeldern zusammengekommen ist, hat er mehr 400 als kranke Kinder und Jugendliche, Hilfsbedürftige sowie zahlreiche Institutionen und Vereine in seiner Heimatstadt und der Region unterstützt. Als „begnadeter Netzwerker“ habe er extrem gute Kontakte in die Welt des Sportes aufgebaut, so Sabine Kurtz weiter.
Signierte Sportartikel, unter anderem Fußballtrikots, die er durch diese Verbindungen erhält, versteigert er für den guten Zweck. Außerdem ist der „Große Kinder- und Familiennachmittag“ in der Herrenberger Stadthalle, den Alex gemeinsam jedes Jahr am letzten Sonntag im Januar mit Familie und Freunden stemmt, aus dem Veranstaltungskalender der Gäustadt nicht mehr wegzudenken. Bei der diesjährigen 26. Auflage sorgten rund 300 Künstlerinnen und Künstler erneut vor mehr als 1000 Gästen ein buntes Spektakel auf der Bühne.
Nachdem Alex Efstathiou vor einigen Jahren bereits die Staufermedaille des Landes Baden-Württembergs erhalten hatte, setzte das Bundesverdienstkreuz „dem Ganzen die Krone auf“, findet Herrenbergs Oberbürgermeister Nico Reith. Er würdigte den unermüdlichen Spendensammler bei der offiziellen Feierstunde, die Gitarrist Sheng When mit seinem virtuosen Spiel musikalisch umrahmte, als „echtes Vorbild“ für Herrenberg und die Gesellschaft: „Wir sind stolz, dass wir dich in unseren Reihen haben.“
Auf keinen Fall nachlassen
„Zu wissen, dass die Kinder wieder gesund werden, die es wegen finanzieller Hürden sonst nicht geworden wären“, das sei für ihn die größte Belohnung. So beschreibt Alex Efstathiou in seiner Dankesrede seine Motivation. Sein Erfolg wäre aber ohne seine vielen Unterstützer, Helfer und Spendenwilligen – von denen etliche im Publikum saßen – nicht möglich gewesen, betont er. Das Bundesverdienstkreuz betrachtet er daher als Ansporn für alle, „nicht nachzulassen“ und sich weiter für die gute Sache einzusetzen. Denn: „Gemeinsam verändern wir die Welt.“