Bundeswehr an der Nato-Ostflanke Der Job in Litauen ist noch einmal gefährlicher geworden

Es ist viel zu tun, bis hin zur Einkleidung von Soldaten: Brigadegeneral Christoph Huber in Litauen. Foto: dpa/Alexander Welscher

Die Bundeswehr-Brigade in Litauen ist jetzt offiziell in Dienst gestellt. Ihr Job ist gefährlich, aber wichtig, kommentiert unser Hauptstadtkorrespondent Tobias Peter.

Korrespondenten: Tobias Peter (pet)

Die Welt hat sich innerhalb weniger Jahre sicherheitspolitisch gleich zweimal gravierend verändert. Der erste Einschnitt war der Beginn des brutalen Angriffskriegs von Russlands Präsident Wladimir Putin gegen die Ukraine. Die zweite, vielleicht noch weiterreichende Änderung ist die Art und Weise, wie US-Präsident Donald Trump die bisherige Rolle der USA als Schutzmacht Europas infrage stellt. Die Entscheidung, dass Deutschland einen gefechtsbereiten und eigenständig handlungsfähigen Kampfverband in Litauen stationiert, fällt zwischen diese beiden Zeitenwenden.

 

Riesiges Projekt, viele Fragen

Jetzt ist die Bundeswehr-Brigade in Litauen mit einem formellen Appell offiziell in Dienst gestellt worden. Derzeit verrichten etwa 150 Angehörige der Bundeswehr dort ihren Dienst, es sollen einmal bis zu 5000 Soldaten sein. Bis zur geplanten Einsatzfähigkeit im Jahr 2027 ist noch viel zu tun – auch die Kasernen müssen noch gebaut werden. Dazu kommen Herausforderungen wie Kindergartenplätze und Schulen für die Kinder der Soldaten. Hier sind die deutsche wie die litauische Seite stark gefordert. Das Projekt ist riesig, und es sind auch unzählige kleine Fragen zu bedenken.

Für Deutschland steht das Projekt symbolhaft wie real dafür, dass es eine andere Rolle in Europa übernehmen muss. Putins Krieg hat Deutschland gezwungen, in der Sicherheitspolitik erwachsener zu werden. Trumps Kurs erfordert es, dass dieser Prozess nun schneller geht. Es ist richtig, dass die Bundeswehr eine echte Mitverantwortung auch für die baltischen Staaten übernimmt. Denn an der Nato-Ostflanke geht es auch um die deutsche Sicherheit. Der Job in Litauen ist noch einmal gefährlicher geworden. Deshalb muss die nächste Bundesregierung alles dafür tun, dass Europa sich in der Verteidigungspolitik gemeinsam besser aufstellt.

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