Wer bei der Langen Nacht der Museen einen Blick in den Bunker unter dem Marktplatz werfen wollte, der musste bis zu 75 Minuten anstehen. Für den Blick in den Untergrund bleibt es aber bei nur einen Termin im Jahr.

Stuttgart. - Die Schlangen wandten sich im Zickzack über den Marktplatz, die Besucher bei der Langen Nacht der Museen warteten am Samstag bis zu 75 Minuten, um einen Blick in den Bunker unter den Marktplatz werfen zu können. Angesichts des Ansturms stellt sich die Frage, warum nicht öfter als einmal im Jahr Licht, Luft und Besucher in das Relikt aus Kriegszeiten, das später als Hoteldiente, strömen dürfen.

Der Aufwand für die Öffnung sei hoch, sagt Anette Taube vom Stadtmagazin Lift, das die Museumsnacht veranstaltet und den Programmpunkt für den 17. März 2018 wieder eingeplant hat. „Wir haben von der Stadt die Genehmigung für eine Öffnung pro Jahr, und die ist mit relativ großem Aufwand verbunden“, so Taube. Denn bevor Gäste in den Bunker abtauchen können, werden Fotoausstellung und Beleuchtung aufgebaut. Seit 2016 müssen die Besucher eine Erklärung zum Schimmelbefall unterschreiben, die den Veranstalter aus der Haftung nimmt.

Das Baurechtsamt spricht mit

Lange war die Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart für den Bunker zuständig, weil sie den Weihnachtsmarkt veranstaltet. Beschicker nutzen die alten Hotelzimmer als nahen Lagerplatz. Das ist aber laut Taube nicht mehr der Fall. Bei der Stuttgartnacht am 14. Oktober, ebenfalls ein Lift-Thema, steht der Blick in die Tiefe nicht auf dem Programm, weil der Fokus auf Theater, Film, Tanz und Konzerten liegt. Das Rathaus wird ein Veranstaltungsort sein. Könnte nicht die Stadt die unterirdischen Räume aufschließen? „Wir wissen, dass das Interesse groß ist, aber Brandschutz und Rettungswege sind ein Thema“, sagt Stadtsprecher Sven Matis. Baurechtlich betrachtet würde sich bei mehreren Öffnungen die Frage stellen, ob nicht die Versammlungsstättenverordnung eingehalten werden müsste. Dies werde schwierig, heißt es laut Matis aus dem Amt.

Die Stadt selbst veranstaltet am 13. Mai im Rathaus einen Tag der offenen Tür. Das Marktplatz-Untergeschoss bleibt da abseits, denn an diesem Samstag ist wie üblich auch Wochenmarkt. An eine Bunkeröffnung sei da nicht zu denken.

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