Die Stadt Esslingen hat an der Mülbergerstraße Parkscheinautomaten aufgestellt. Bisher war das Parken umsonst. Die Junge Union übt Kritik.
Beim Parken auf der Esslinger Burg geht es jetzt an die Börse: Für das Abstellen des Fahrzeugs an der Mülbergerstraße muss gezahlt werden. Bisher waren die Parkplätze kostenfrei. Die Junge Union Esslingen (JU) übt heftige Kritik an dieser neuen Praxis: „Eine der letzten kostenlosen Parkmöglichkeiten in der Stadt fällt damit restlos weg“, sagt Burak Kahraman als Vorsitzender der Nachwuchsorganisation der CDU. Gefordert werde die sofortige Abschaffung der Gebühren.
Die Stadtverwaltung Esslingen hatte die Einführung der Parktarife damit erklärt, dass die Abstellflächen an der Burg oft von Dauerparkern blockiert würden und Besucher etwa von Veranstaltungen keinen Parkplatz mehr bekommen würden.
Eine Argumentation, die Burak Kahraman nicht nachvollziehen kann. „Die Parkplätze auf der Burg stehen zum absoluten Großteil leer. Auch für Veranstaltungen auf der Burg bringen die Gebühren keinen Mehrwert, da die Plätze dort auch so vollständig besetzt sein werden.“ Wären mangelnde Parkplätze das Problem, würde es auch eine einfache Parkscheibe tun.
Für Touristen werde ein Besuch der Stadt unattraktiver, meint die JU
Bemängelt wird von Seiten der Jungen Union auch die Höhe der Kosten. 2,50 Euro pro Stunde stellten einen unverhältnismäßig hohen Betrag dar. Mit 50 Cent könne das angestrebte Ziel auch erreicht werden. Das zeige „nochmals deutlich, dass es nicht um mangelnde Parkplätze geht. Menschen, die die Burg als Naherholungsgebiet nutzen, werden nun bis zu 15 Euro pro Tag zahlen müssen. Das heißt effektiv, dass die Burg als eines der wenigen Naherholungsgebiete ohne Konsum in Esslingen für Familien künftig nicht mehr in Frage kommt.“
Durch das Aufstellen der beiden Parkautomaten an der Mülbergerstraße seien direkt Fakten geschaffen worden, meint Burak Kahraman. Das zeuge von mangelndem Problembewusstsein und wenig Transparenz: „Es ist unverständlich, warum einerseits durch Parken auf der Burg finanzielle Lücken gefüllt werden sollen und andererseits am Kauf des überteuerten Kögel-Gebäudes festgehalten wird, nur um eigene politische Ziele durchgesetzt zu bekommen“, meint der JU-Vorsitzende.
Für Touristen würde ein Besuch der Burg und damit auch der Innenstadt deutlich unattraktiver, so die JU. „Jetzt müssen die notwendigen Schritte eingeleitet werden, um die Stadt auf finanziell stabile Beine zu bringen, ohne dabei auf den Geldbeutel der Einwohner zurückzugreifen.“