Arslan Khalid betreibt seit genau einem Jahr die Burgerwelt in Weinstadt. Foto: Phillip Weingand
Seit einem Jahr serviert Arslan Khalid in der Burgerwelt Weinstadt international inspirierte Burger und Wraps. Manche sagen, es seien die besten Burger der Region – wir wagen den Test.
Seit genau einem Jahr gibt es in Weinstadt-Endersbach (Rems-Murr-Kreis) die Burgerwelt – nach Winterbach bereits die zweite Filiale. Verkehrsgünstig gelegen und über die B29 gut erreichbar, hat das Lokal inzwischen einige Fans. Auf Google bewerten die Gäste das Lokal mit durchschnittlich 4,9 von 5 Sternen; ein Grund für uns, die Reise in die Burgerwelt zu wagen. Werden die Multi-Kulti-Burger ihrem guten Ruf gerecht?
Vor Ort begrüßt uns Arslan Khalid – der 25 Jahre junge Chef der Weinstädter Filiale studiert parallel Finanzmanagement. Während in Winterbach der Fokus auf Abholungen und Lieferungen liegt, macht die Burgerwelt in Weinstadt optisch mehr her als viele andere Fast-Food-Lokale. Der Gastraum ist großzügig, die Gäste sitzen auf dunklen Polstermöbeln. Kunststoff-Pflanzen ranken sich über die Wände, im Bildschirm an der Wand flackert ein Kaminfeuer, sauber ist es auch.
Ein wichtiger Pfeiler der Burgerwelt-Philosophie: Fast jeder Burger ist einem Land der Erde gewidmet. „Unser Konzept ist es, die ganze Welt in unseren Burgern zu vereinen“, sagt Arslan. „Wir wollten keine Standardburger machen, die es überall gibt.“ Daher hat das Team sich auf den Speisekarten der Welt umgesehen und nach typischen Zutaten gesucht.
Die Burger sind inspiriert von den Speisekarten der ganzen Welt
So enthält die Karte der Burgerwelt unter anderem:
einen Mexican Burger mit Guacamole und Jalapenos,
einen Greek Burger mit Tsatsiki, Feta und Gurke,
einen British Burger mit Cheddar, Spiegelei und Essiggurke
und einen German Burger mit Kartoffelpuffer, Speck und – ja, wirklich – Sauerkraut.
Fast alle Kreationen gibt es auch als Wrap oder als Hotdog. Wer mag, kann seinen Burger gegen Aufpreis aufmotzen, beispielsweise mit zusätzlichen Jalapenos, einer Portion Speck oder anderen Extras.
Hausgemachte Brioche-Buns in der Burgerwelt
Bei den Burger-Patties hat der Gast die Wahl zwischen 150 Gramm Rinderhack, knusprigem Huhn, Nuggets, paniertem Fisch oder einer vegetarischen Falafel-Variante. Das Fleisch ist laut der Speisekarte zu „100 Prozent halal“, also nach den islamischen Speisegeboten produziert. „Wir beziehen das Fleisch regional von einem Metzger in Stuttgart“, sagt Arslan. Das Fleisch ist für ihn das Herzstück jedes Burgers. „Es muss einfach frisch sein, deshalb gibt es bei uns auch keine Tiefkühl-Patties.“ Aber auch auf seine hausgemachten Brioche-Buns ist er sichtlich stolz. „Das Bun muss sich im Mund anfühlen wie eine Wolke“, schwärmt er.
Bei den Gästen, sagt Arslan, kommen die Multi-Kulti-Burger gut an. „Wenn Kunden aus Schwäbisch Gmünd kommen, um bei uns zu essen, oder wenn sie sagen, dass unser Burger der beste im ganzen Umkreis ist, dann wissen wir, dass wir etwas richtig machen.“ Preislich liegen vor allem die kleineren Burger ein gutes Stück über der Konkurrenz: 9,90 Euro zahlt man für einen klassischen Hamburger, 11,40 Euro für ein voll ausgestattetes Luxusmodell. „Dafür verwenden wir wirklich frische Zutaten“, verspricht Arslan.
Wie schmeckt der Orient-Burger der Burgerwelt Weinstadt
Der Orient-Burger aus der Burgerwelt Weinstadt Foto: Weingand
Meine Wahl fällt auf den Orient-Burger – wenn man schon einmal die Möglichkeit zu einer kulinarischen Weltreise hat, sollte man sie schließlich nutzen. Hummus-Tahini-Soße, Salat, getrocknete Tomaten, karamellisierte Zwiebeln und Petersilie versprechen auf jeden Fall eine Abwechslung zu Cheeseburger und Co. Die Zubereitung des Orient-Burgers braucht zwar etwas länger als im Drive-In des nächstgelegenen Fast-Food-Riesen, dafür sieht der Burger schon einmal deutlich besser aus. Das Bun glänzt, der Lollo-Salat unter dem 150-Gramm-Patty ist frisch und knackig.
Mit seiner Wolken-Beschreibung kommt Arslan tatsächlich ganz gut hin, das Bun ist fluffig, ganz ohne lätschig zu sein. Das Rindfleisch ist sehr gut gewürzt – definitiv kein Tiefkühl-Patty, und vor allem die Hummus-Tahini-Soße macht den Burger zu etwas Besonderem. Die recht dunkel frittierten Süßkartoffel-Fritten passen geschmacklich gut zum Orient-Burger; Arslan reicht dazu eine Auswahl an Dips. Alle schmecken lecker, aber die dickflüssige und herzhaft-würzige Zwiebelsoße unterstreicht das orientalische Aroma wohl am besten.
Fazit: Der Trip rund um die Burgerwelt lohnt sich durchaus. Jetzt bin ich gespannt, wie die anderen Burger so schmecken – vielleicht geht die Reise das nächste Mal ja nach Griechenland. Die Filiale in Weinstadt wird übrigens vermutlich nicht die letzte bleiben: „Wir wollen irgendwann noch eine dritte Filiale aufmachen“, verrät Arslan. Wo genau, steht noch nicht fest – aber ein Restaurant in Richtung Stuttgart würde ihn schon reizen.