Burgschule Köngen Sanierung wird eine teure Angelegenheit
Die Burgschule in Köngen muss dringend instand gesetzt werden. Je nach Variante kostet das deutlich mehr als zehn Millionen Euro. Eine Entscheidung gibt es noch nicht.
Die Burgschule in Köngen muss dringend instand gesetzt werden. Je nach Variante kostet das deutlich mehr als zehn Millionen Euro. Eine Entscheidung gibt es noch nicht.
Deutsche Schulen sind marode. Wie hoch der Investitionsbedarf ist, hat die staatliche Förderbank KfW jüngst berechnet. Die Bilanz: 47,4 Milliarden Euro müssten bundesweit investiert werden, um den Sanierungsrückstand aufzuholen. Was das für eine kleine Kommune bedeutet, zeigt das Beispiel der Köngener Burgschule. Sie ist die einzige weiterführende Bildungseinrichtung des Ortes. Das älteste Schulgebäude, dessen Fassade sichtlich bröckelt, und die Sporthalle wurden 1969/70 gebaut, der Anbau 1992.
Angesichts der groben Kostenschätzung der RT Architekten aus Neuhausen musste mancher Gemeinderat schlucken. Dabei ging es im ersten Schritt nur um die energetische Sanierung, wie der Bürgermeister Otto Ruppaner betonte. Ausgaben etwa für die Erneuerung der sanitären Anlagen oder für die Barrierefreiheit kämen noch hinzu.
Vorgestellt wurden fünf Varianten. Selbst für die rudimentärste Sanierung, die nur die Substanz erhalten würde, wären 3,9 Millionen Euro zu berappen. Die auf lange Sicht von den Fachplanern am besten bewertete Variante – die Burgschule auf den Standard eines Effizienzgebäudes 70 zu bringen – würde gut 12,8 Millionen Euro kosten.
Unverzichtbar aus energetischer Sicht sind in allen Varianten eine bessere Dämmung der Betonfassade, der Austausch der Fenster sowie Arbeiten an den Dächern. Der Knackpunkt liegt im Innern: In der teuersten Variante würden alle 27 Klassenzimmer mit neuen Decken, über die sowohl geheizt als auch gekühlt werden könnte, sowie Raumlüftern ausgestattet – das bedeutet aber gleichzeitig, dass auch die Klassenräume umfassender saniert werden müssten.
In Variante zwei, in der die Schule auch auf den Effizienzstandard 70 gebracht, aber mit Heizkörpern ausgestattet würde, müsste in die Räume weniger investiert werden. Das hätte aber den Nachteil, dass über die Heizanlage nicht gekühlt werden könnte. Für diese Variante müsste Köngen Stand jetzt knapp 7,5 Millionen Euro bezahlen.
Bei vier der fünf Varianten könnte Köngen mit finanzieller Förderung rechnen. Wieviel das sein könnte, hängt davon ab, welcher Topf für die Kommune die meisten Vorteile hat. Sicher ist, dass während der Sanierung Container für die Schüler bereitgestellt werden müssten. Wie lange die Arbeiten dauern würden, konnte der Architekt Robert Tappert nicht definieren: „Die Variante eins mit zwölf Millionen brächte sicherlich die größte Beeinträchtigung, die Variante zwei ginge einfacher, hätte aber aus energetischer Sicht auch einen geringeren Effekt.“ Für Ruppaner kommen nur die ersten beiden Varianten in Frage: „Allerdings muss gut überlegt werden, ob wir die fünf Millionen Euro mehr ausgeben oder nicht.“
Hinzu kommt die Ertüchtigung der Sporthalle. Hier empfehlen die RT Architekten eine substanzerhaltende Sanierung, da aufgrund der Bauweise aus energetischer Sicht nicht viel herauszuholen sei. Die Kostenschätzung beträgt rund zwei Millionen Euro.
Im Gemeinderat herrschte Konsens, dass die ersten beiden Varianten vertieft werden sollen und dass dem Thema bei der nächsten Klausurtagung viel Platz eingeräumt wird.