Nach dem Burgstäffeleslauf haben in Esslingen nicht nur sportliche Aspekte für Gesprächsstoff gesorgt. Die Netz-Community diskutierte vor allem über den Zustand des Aufgangs.
Die Berichterstattung unserer Zeitung über den Esslinger Burgstäffeleslauf hat ein eher unerwartetes Echo gefunden: So ging es in den Diskussionen nach der Veranstaltung, ob analog oder digital, nur selten um die sportlichen Leistungen, die nicht zuletzt die in voller Montur teilnehmenden Feuerwehrleute vollbracht hatten.
Auch über den guten Zweck, der mit dem Event verbunden war, immerhin wurde eine stattliche Summe für gemeinnützige Zwecke gesammelt, wurde kaum gesprochen. Vielmehr hatte das abgedruckte Bild, das am „Einstieg“ zur Burgstaffel entstanden war, die Gemüter erregt.
Ein gebürtiger Esslinger schämt sich für den Zustand der Burgstäffele
Ein Post von Rolf Löffler eröffnete die Debatte: Als gebürtiger Esslinger schäme er sich für dieses Foto, wie heruntergekommen der Eingang zu den Burgstäffele sei, schrieb er auf Facebook, ergänzt mit der Bemerkung: „Schließlich nehmen jährlich Tausende diesen Weg zur Burg.“
Die ersten Kommentare ließen nicht lange auf sich warten: „So hat’s schon ausgesehen, als ich da öfters hochmarschiert bin und das ist circa 35 Jahre her“, fügte James Peters hinzu, was wiederum Evi Kayser bestätigte: „Das sah immer so aus, Ende der 60er, Anfang der 70er schon.“
Gisela Gibbon wiederum fand, dass es schlimmer geworden ist: „Mensch, da bin ich früher oft hoch, aber dass es jetzt so verlottert ist, hatte ich nicht erwartet. Schade!“ Arpad Lakatos ist ebenfalls der Meinung, „dass das einladender wirken dürfte“. Wer in Deutschland unterwegs sei, wisse, dass dies umgesetzt werden könne, ohne den Charme des Alten zu verlieren.
Kommentare auf Social Media: „Unsägliche Schmierereien und Graffiti“
Es gibt allerdings auch andere Stimmen. So findet etwa Marion Tschelebiew, die nach eigenem Bekunden jeden Tag dort vorbeiläuft, dass der Eingang nicht wirklich schäbig aussehe. Und Klaus von Esslingen erklärte: „Ich finde das jetzt nicht so wild und für die ,ungepflegte Nachbarschaft’ kann ja das Denkmalamt nichts.“
Diese „Nachbarschaft“ beklagte auch Hans-Jochen Lange: „Was man hier gar nicht sieht, ist der Müll links auf dem Flachdach.“ Andere beklagten, „die unsäglichen Schmierereien und Graffiti“.
Stadt Esslingen: Historische Treppen in gutem Zustand
Einen gut gemeinten Appell hatte Sigrid Schoettle parat: „Wenn jede Person, die sich für die wunderbaren Esslinger Stäffele begeistert, sich nur eine einzige Stufe vornimmt und an dieser das ungeliebte Unkraut entfernt, sieht es dort schon am nächsten Wochenende super aus.“ Sie verstehe nicht, „warum wir immer so gern und schnell nach Hilfe und Zuständigkeit rufen, anstatt die Sache einfach rasch selbst in die Hand zu nehmen“.
Das Büro des Esslinger Oberbürgermeisters Matthias Klopfer gibt auf Anfrage folgende Stellungnahme zum Zustand der Burgstäffele: „Bei den denkmalgeschützten Burgstäffele handelt es sich um historische Treppen. Daher haben die Stufen unterschiedliche Höhen und Tiefen.“
Nichtsdestotrotz seien diese in einem guten Zustand, die Trittfähigkeit sei durchgehend gegeben, teilt die Stadtverwaltung darüber hinaus mit. „Bei Meldungen über Beschädigungen oder Verschmutzungen prüfen wir den Zustand und bessern bei Bedarf aus. Zusätzlich werden die Burgstäffele regelmäßig gereinigt.“ Und weiter: „Grundsätzlich erfreuen sich die Burgstäffele dank ihres einzigartigen Ausblicks auf die Stadt und als Fotomotiv großer Beliebtheit.“