Burkhard Kosminski ändert seine Pläne Stuttgarter Schauspiel verschiebt Auftakt-Projekt

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Nicht nur Stuttgart 21 verzögert sich, sondern auch das spektakuläre Kunstprojekt, mit dem das Stuttgarter Schauspiel das Bauvorhaben und die Stadtentwicklung begleiten will: Die „Probe Grube“ von Tobias Rehberger wird aufs nächste Jahr verschoben.

Kein Auftakt nach Maß, aber mit wohltuender Selbstkritik: Stuttgarts neuer Schauspiel-Intendant Burkhard Kosminski. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Kein Auftakt nach Maß, aber mit wohltuender Selbstkritik: Stuttgarts neuer Schauspiel-Intendant Burkhard Kosminski. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Nicht nur die Fertigstellung von Stuttgart 21 verzögert sich, sondern auch das Kunstprojekt, mit dem das „utopische Potenzial“ des neuen Tiefbahnhofs für die Stadtentwicklung freigesetzt werden soll: Die für September im Oberen Schlossgarten vorgesehene „Probe Grube“ von Tobias Rehberger, mit der Burkhard Kosminski seine Schauspiel-Intendanz spektakulär eröffnen wollte, wird erst im Mai nächsten Jahres aufgebaut werden. Bei der „Probe Grube“ handelt es sich um eine begehbare Installation, die – anders als der Titel suggeriert – nicht unter der Erde, sondern als temporäres Amphitheater auf der Wiese gegenüber dem Schauspielhaus errichtet werden soll. Als Grund für die Verschiebung nannte Kosminski den von ihm falsch eingeschätzten Termindruck: „Ich war schlicht zu optimistisch, was die zeitlichen Abläufe anlangt“, erklärte er gegenüber unserer Zeitung.

Risikofaktor Wetter

Während die Genehmigungen für die Installation im öffentlichen Raum seitens der Stadt vorlägen, so Kosminski, habe sich der Vergabeprozess an die Baufirmen verzögert. Zunächst habe sich die geplante Eröffnung dadurch von Mitte September auf Anfang Oktober verschoben, zuletzt jedoch sei die Fertigstellung der „Probe Grube“ erst für die zweite Oktoberhälfte realistisch gewesen. Da Rehbergers Kunst aber erlebbare Kunst sei, die gutes Wetter brauche, sei das meteorologische Risiko zu groß geworden. „Wir wollten das Projekt nicht in Kälte, Regen und Schnee untergehen und absaufen lassen“, so Kosminski, „dann hätte niemand etwas davon gehabt. Der Aufwand wäre umsonst gewesen.“ Deshalb sei das Projekt des aus Esslingen stammenden, zum internationalen Kunststar aufgestiegenen Tobias Rehbergernun für Mai 2019 geplant.

Ausdrücklich bedankte sich der Schauspiel-Intendant bei den Ämtern und Institutionen, deren Zustimmung er für das „komplexe Projekt“ einholen musste. „Die Ämter haben im Sauseschritt gearbeitet. Wenn jemand bei der Vorbereitung der ,Probe Grube’ einen Fehler gemacht hat, dann ich.“




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