Bus, Bahn – oder Limousine? Nur wenige Chefs fahren auf die Bahn ab

VVS-Geschäftsführer Horst Stammler geht mit gutem Beispiel voran und fährt immer mit der S-Bahn zur Arbeit.VVS-Geschäftsführer Horst Stammler geht mit gutem Beispiel voran und fährt immer mit der S-Bahn zur Arbeit.Der VVS-Geschäftsführer Horst Stammler geht mit gutem Beispiel voran und fährt immer mit der S-Bahn zur Arbeit.VVS-Geschäftsführer Horst Stammler fährt immer mit der S-Bahn zur Arbeit Foto: Achim Zweygarth Foto: Achim Zweygarth
VVS-Geschäftsführer Horst Stammler geht mit gutem Beispiel voran und fährt immer mit der S-Bahn zur Arbeit. VVS-Geschäftsführer Horst Stammler geht mit gutem Beispiel voran und fährt immer mit der S-Bahn zur Arbeit. Der VVS-Geschäftsführer Horst Stammler geht mit gutem Beispiel voran und fährt immer mit der S-Bahn zur Arbeit.VVS-Geschäftsführer Horst Stammler fährt immer mit der S-Bahn zur Arbeit Foto: Achim Zweygarth

Der Umwelt zuliebe fahren nur wenige Chefs in Stuttgart mit der S-Bahn zur Arbeit. Viele halten an Auto samt Chauffeur fest.

Politik/ Baden-Württemberg: Thomas Faltin (fal)
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Stuttgart - Dass die Linke die CDU lobt, kommt ziemlich selten vor – im Stuttgarter Regionalparlament ist aber genau dies vor Kurzem passiert: Regionaldirektorin Jeannette Wopperer (CDU) erhielt den Beifall der linken Regionalräte für ihren Entschluss, aus ökologischen Gründen ganz auf ihren Dienstwagen zu verzichten. Als der Leasingvertrag für die Mercedes E-Klasse auslief, hat Wopperer kein neues Auto mehr angeschafft – seither fährt sie auch zu Terminen in den Schwäbischen Wald mit der S-Bahn, mit dem Bus, und wenn es gar nicht mehr anders geht, die letzten Kilometer mit dem Taxi.

Da der Regionalverband für die S-Bahn im Großraum Stuttgart zuständig ist, hält Wopperer diesen Schritt für eine Frage der Glaubwürdigkeit: „Wer den öffentlichen Nahverkehr predigt, muss ihn auch selbst leben“, sagt sie. Auch sonst will der Verband ein Vorbild sein: Die Mitarbeiter können den Wagen einer Carsharing-Firma nutzen; und es sollen Pedelecs angeschafft werden, die man wie ein Fahrrad mit in die S-Bahn nehmen kann.

Tatsächlich vollzieht sich in mancher Chefetage allmählich ein Sinneswandel; sehr langsam zwar, aber immerhin. So hat die rot-grüne Landesregierung eine Verwaltungsvorschrift erlassen, die zum Jahresanfang in Kraft tritt: Danach sollen alle Landeseinrichtungen ihre Dienstwagen allmählich austauschen – Ziel ist es, im Flottendurchschnitt höchstens einen CO2-Ausstoß von 130 Gramm pro Kilometer zu haben. Regierungspräsident Johannes Schmalzl (FDP) kommt dem bereits sehr nahe: sein Audi A 6 liegt bei 133 g/km.

Die Panzerung stört die Ökobilanz

Allerdings macht die Realität den ökologischen Bemühungen manchmal einen Strich durch die Rechnung. So hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) den Mercedes S 600 seines Vorgängers Stefan Mappus zwar schnell abgeschafft – der Wagen schluckte 14 Liter und blies 340 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer in die Luft. Doch das neue Auto, ein Mercedes S-Klasse 250, bringt es immer noch auf 280 g/km. „Das hat vor allem mit der starken Panzerung des Fahrzeugs zu tun“, sagt Kretschmanns Sprecherin Judith Hufnagel. Jüngst hat der Regierungschef aber erklärt, Abstriche beim Sicherheitsaufwand zu machen und künftig in einem ungepanzerten Fahrzeug unterwegs zu sein.

Auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat im neuen Amt so seine Müh und Not: Denn der passionierte Bahnfahrer nutzt heute häufiger das Auto als früher. „Wenn der Minister an einem Tag drei Termine in unterschiedlichen Ecken des Landes hat, ist das mit der Bahn kaum noch zu bewältigen“, erklärt sein Sprecher Hartmut Trümner.

Die Bundesregierung hat mittlerweile ebenfalls das Ziel ausgegeben, den Kohlendioxidausstoß in der Autoflotte zu senken. Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), führt dies nicht zuletzt auf seine Bemühungen zurück. Denn seit einiger Zeit stellt die DUH eine Liste mit den Dienstwagen der Bundes- und Landesminister ins Netz .

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