Busfahrer des Jahres ausgezeichnet Drei große „F“ zeichnen gute Busfahrer aus

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Sami Masood von Römer Reisen in Winnenden ist zum dritten Mal als Busfahrer des Jahres, Bahman Farhadi von OVR in Backnang für Zivilcourage geehrt worden.

Bahman Farhadi (links) und Sami Masood an ihrem Arbeitsplatz Foto: Gottfried Stoppel
Bahman Farhadi (links) und Sami Masood an ihrem Arbeitsplatz Foto: Gottfried Stoppel

Winnenden/Backnang - Bahman Fahrhadi hatte Feierabend. Nach Schichtende setzte sich der Busfahrer ins Auto, fuhr auf die Backnanger Bleichwiese, um dort noch ein bisschen spazieren zu gehen. „Plötzlich höre ich ein paar Mädchen ,Busfahrer, Busfahrer’ rufen“, erinnert sich der 56-Jährige an den Abend des 30 Mai. Drei junge Frauen im Alter von 17 und 18 Jahren werden von einem betrunkenen Mann belästigt. Die drei kennen Bahman Farhadi, da sie von klein auf bei ihm Fahrgäste im Bus sind. Dieser zögert keinen Augenblick, geht dazwischen und versucht, den Mann zu beruhigen.

Schmerzhafte Bisswunde davongetragen

Doch dieser ist trotz 2,1 Promille Alkohol im Blut noch fähig, den Busfahrer nicht nur zu schlagen, sondern auch noch in den Arm zu beißen. „Das ging so schnell, ich war völlig überrascht“, erinnert sich Bahman Farhadi am Mittwoch, als er wegen seines mutigen Einschreitens vom VVS mit dem Sonderpreis für vorbildliche Zivilcourage ausgezeichnet wurde. Der Preis wurde zusammen mit der Auszeichnung Busfahrer des Jahres verliehen, die zum dritten Mal an Sami Mashood ging, der für das Winnender Unternehmen Römer-Reisen fährt, sowohl mit Reise- als auch mit Linienbussen.

Bahman Farhadi gelang es am 20. Mai trotz der schmerzhaften Bisswunde, den aggressiven Betrunkenen festzuhalten und der Polizei zu übergeben. Geholfen habe ihm dabei niemand. „Es war ja auch schon spät, so gegen 21.30 Uhr. Da war niemand unterwegs“, meint er gelassen.

Freundlichkeit, Fahrstil, Fachkompetenz

„Ich bin stolz auf unseren Busfahrer, der beherzt eingeschritten ist und nicht gezögert hat, den jungen Frauen beizustehen“, sagte Farhadis Chef Horst Windeisen von Omnibus Verkehr Ruoff (OVR) in Backnang. Für den VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger ist das Verhalten gar nicht hoch genug zu schätzen. „Vor allem in Zeiten, in denen Menschen in Notsituationen gaffen, ohne zu helfen.“

Drei große „F“ machten einen guten Busfahrer aus, erklärt der VVS-Geschäftsführer: „Freundlichkeit, Fahrstil und Fachkompetenz.“ Die Firma Römer stehe dahinter mit der Ausbildung von Busfahrern, deren Leistung oft zu wenig in der Öffentlichkeit gewürdigt werde. Deshalb habe man den Preis „Busfahrer des Jahres“ im Jahr 2004 ins Leben gerufen.

Busfahrer werden zurzeit dringend gesucht

Im Rems-Murr-Kreis ist Sami Masood nun der erste, der die Auszeichnung drei Mal verliehen bekam, zuvor in den Jahren 2016 und 2017. Dadurch ereilt ihn nun das Schicksal, das früher die Sängerinnen und Sänger in der ZDF-Hitparade ereilte: Wer drei Mal hintereinander dabei war, durfte beim nächsten Mal nicht mehr mitmachen. „Mal sehen, vielleicht klappt es in ein paar Jahren dann zu einem vierten oder fünften Mal“, sagte Sami Masood lachend, als er den Preis entgegennahm.

Die beiden Preisträger erhielten Gutscheine über 200 Euro, die sie für Veranstaltungen verschiedenster Art – Theater, Konzert, Musical oder VfB-Spiel – einlösen können. Der Heimwerker Sami Masood erhielt dazu noch einen Gutschein für einen Baumarkt und der Fahrrad-Fan Bahman Farhadi einen für ein Fachgeschäft rund ums Rad.

Busfahrer würden zurzeit dringend gesucht, sagt VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger. „Auch geeignete Quereinsteiger werden genommen. Die Agentur für Arbeit unterstützt dabei die Ausbildung und den Führerschein.“ https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.rems-murr-kreis-immer-freundlich-notfalls-aber-auch-streng.3a8a808d-2d98-47f1-ac5f-bdd21700fdd3.html