Busse auf den Fildern Zum Start haben Fahrgäste viel zu bemängeln

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Seit dem 1. Dezember läuft im Busverkehr auf den Fildern einiges anders. Passagiere klagen über Unpünktlichkeit, fehlenden Haltestellen und ortsunkundige Fahrer. Typische Anlaufschwierigkeiten, sagt die Gegenseite.

Manche Haltestellen sind bisher noch provisorisch, und vor allem die neue Buslinie 815 zwischen Filderstadt und Waldenbuch wird diskutiert. Foto: Malte Klein
Manche Haltestellen sind bisher noch provisorisch, und vor allem die neue Buslinie 815 zwischen Filderstadt und Waldenbuch wird diskutiert. Foto: Malte Klein

Filder - Anfang Dezember hat sich im Busverkehr auf der Filderebene und im Schönbuch einiges verändert. Es gelten neue Fahrpläne, Busse haben teils neue Nummern, und es pendeln Linien, die es so vorher nicht gab. Am 1. Dezember durfte jedermann die neuen Linien kostenlos testen. Die Bilanz der Fahrgäste nach den ersten Tagen fällt gemischt aus.

Auf der Internetplattform Facebook tauschen sich die Leute zum neuen Busangebot rege aus. Es geht um viele Details und persönliche Erlebnisse. Manche Kommentatoren haben den Eindruck, Busfahrer würden die Routen nicht kennen. „Es gibt Busfahrer, die selber nicht wissen, wo sie eigentlich hinfahren“, schreibt Astrid L. zum Beispiel. Fälle von Unpünktlichkeit häuften sich laut den Erfahrungsberichten. „Also meine Schwester meint, sie war um 6.40 Uhr draußen und es ist keiner vorbeigefahren, sodass sie den 809 nehmen musste, aus Angst, zu spät zu kommen“, kommentiert Daniela F. auf Facebook.

Mangelnde Pünktlichkeit

Besonders intensiv diskutiert wird der 815er-Bus, er verkehrt zwischen Ruit und Waldenbuch. Die Linie ist neu. Die einen finden sie schlicht zu lang und deshalb zu verspätungsanfällig. So berichten etliche Fahrgäste von mangelnder Pünktlichkeit. Andere begrüßen es, dass diese Verbindung nun überhaupt im Fahrplan steht. „Was ist schlecht daran, wenn das Airportareal und das Gewerbegebiet in Stetten mit all den Arbeitsplätzen besser erschlossen wird? Vieles ist anders, und man wird sich erst daran gewöhnen müssen. Schlechter ist es deswegen noch lange nicht“, schreibt Matthias Gastel, Bundestagsabgeordneter der Grünen aus Filderstadt.

Gastel gehört zu denen, die den Start des reformierten Busangebots genau beobachten. Er ist selbst Dauergast, wenn er auf den Fildern unterwegs ist. Und er ist Experte genug, um zu wissen, dass sich Dinge erst einspielen müssen, dass es noch zu früh ist, für grundlegende Kritik. Das schreibt er auch in einer E-Mail an Marco Trovato, den Geschäftsführer von FMO, kurz für Friedrich-Müller-Omnibus, einer Tochter Bahn. FMO ist seit Neuestem auch auf den Fildern zuständig, vorher war es die SSB.

Der Grünen- Politiker Matthias Gastel hofft, mit ein paar frühen Hinweisen dazu beizutragen, dass sich die Dinge schneller fügen. Denn auch er hat einiges zu beanstanden.

Dazu gehören unpünktliche oder gar ausbleibende Busse, fehlende Haltestellenschilder, alte Aushangfahrpläne, aber auch, dass Busse seiner Wahrnehmung nach zu lange an roten Ampeln stehen müssen und dass die Apps nicht von Anfang an funktioniert haben. Auch im Namen anderer Fahrgäste hat Gastel deshalb an den FMO-Geschäftsführer geschrieben.

Der Betreiber wirbt um Geduld

Dass der große Wechsel im Busverkehr nicht reibungslos über die Bühne gehen würde, hatte FMO wohl bereits geahnt. Der Geschäftsführer Trovato war im Vorfeld bei den Stadträten auf den Fildern zu Besuch, um die Neuerungen vorzustellen – und, um für mehr Geduld zu werben. Diese Bitte speist sich sicherlich aus vergangenen Erfahrungen. Vor einem Jahr, als die Bahn-Tochter FMO unter anderem Linien in Waldenbuch und Steinenbronn übernommen hat, lief es nicht rund. Eltern klagten darüber, dass Kinder an Haltestellen stehen gelassen wurden, über flegelhafte Fahrer und darüber, dass die Leute hinterm Steuer mit den Routen überfordert seien.

Marco Trovato reagiert in einer langen E-Mail an Gastel. Er geht auf alle angeführten Kritikpunkte ein. Zwischen den Zeilen ist zu lesen, dass er die anfängliche Verwirrung bestätigt. Es habe den einen oder anderen Planungsfehler gegeben, technische Schwierigkeiten, und Verunsicherungen seitens der Fahrgäste. „Wir werden in den nächsten Wochen den Fokus weiter darauf legen, den Betrieb weiter zu stabilisieren und noch vorhandene Fehler zu beheben“, schreibt Trovato an Gastel. „Aufgrund der zahlreichen Inbetriebnahmen im Bereich des VVS und auch KVV sind unsere Mitarbeiter massiv gebunden, sodass wir nicht alle Probleme sofort beheben können.“