Unmittelbar vor der vierten Tarif-Verhandlungsrunde im privaten Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg hat die Gewerkschaft Verdi zu weiteren Warnstreiks aufgerufen. Am Dienstag und Mittwoch wird in weit über 30 Betrieben zumeist zweitägig die Arbeit niedergelegt – betroffen sind auch die Firma Pflieger, die den Stadtverkehr in Böblingen und Sindelfingen bedient; das Friedrich Müller Omnibusunternehmen (FMO), das unter anderem auf Schnellbuslinien rund um Böblingen unterwegs ist; sowie Wöhr Tours im nördlichen Landkreis.
Am Dienstag werden Streikende aus vielen Betrieben nach Tübingen zu einer gemeinsamen Streikkundgebung mit Beschäftigten im öffentlichen Dienst kommen und anschließend nach Hechingen zu einer Kundgebung vor einem Betrieb fahren. Am Mittwoch versammeln sich Streikende aus mehreren Betrieben bei zwei Unternehmen im Schwarzwald.
Busstreiks im Kreis Böblingen
Bereits am 9. Januar, am 21./22. Januar sowie am 28. Januar gab es Busfahrer-Streiks im Kreis Böblingen. „Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen e.V. (WBO) hatte zwar in der dritten Runde am 31. Januar ein konkretes Angebot vorgelegt, doch dieses bleibt weit hinter den Erwartungen der Fahrerinnen und Fahrer zurück“, schreibt Verdi in einer Pressemitteilung.
„Vorgeschlagen wurden als Inflationsausgleich lediglich dreimal 2,5 Prozent mehr Lohn über einen Zeitraum von 36 Monaten. Auch für die betriebliche Altersvorsorge liegt nun ein Angebot auf dem Tisch, das jedoch nur schrittweise über drei Jahre eine bescheidene Verbesserung von drei Prozent vorsieht.“ Die vierte Verhandlungsrunde findet am 13. Februar statt.
Verdi fordert für die rund 9000 Beschäftigten im privaten Omnibusgewerbe unter anderem neun Prozent mehr Entgelt sowie 100 Euro mehr im Monat für die Auszubildenden bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Friedenspflicht war am 31. Dezember 2024 ausgelaufen.