„Buy now, pay later“ Vorsicht: Schuldenfalle für junge Menschen
Exzessiver Konsum auf Pump wird bei Tiktok und Instagram gefeiert. Das ist eine gefährliche Entwicklung, meint Finanzreporter Hannes Breustedt.
Exzessiver Konsum auf Pump wird bei Tiktok und Instagram gefeiert. Das ist eine gefährliche Entwicklung, meint Finanzreporter Hannes Breustedt.
Onlinehandel hat vieles einfacher und angenehmer gemacht. Aber wenn Jugendliche auf Social-Media-Plattformen mit ihren Schulden protzen, ist das ein Alarmsignal. Der Kauf auf Raten hat mitunter einen hohen Preis, und das Verschuldungsrisiko ist hoch.
Begehrte Markenkleidung oder Elektronikgeräte – im Internet sind sie oft nur einen Mausklick entfernt. Das lädt zu unüberlegten Spontankäufen ein. Die großen Zahlungsdienstleister wie Paypal oder Klarna machen die Online-Shoppingtour einfach und verleiten dazu, auch relativ geringe Kaufbeträge aufzuschieben oder abzustottern. Auf Tiktok und Instagram hat das zu dem absurden Trend geführt, dass junge Menschen sich durch Hashtags wie #KlarnaSchulden mit dem Zurschaustellen exzessiven Konsums auf Pump überbieten. Eine gefährliche Entwicklung.
Gerade bei limitierter und teurer Markenware, die sich viele Jüngere eigentlich nicht leisten können, wird in Kombination mit dem Phänomen „FOMO“ („Fear Of Missing Out“ – Angst, etwas zu verpassen) ein impulsiver Shoppingrausch befeuert. Das Risiko ist groß, dabei den Überblick zu verlieren und in die Schuldenfalle zu tappen.
Zumal die Kosten vielen Käuferinnen und Käufern offenbar nicht klar sind. Einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW zufolge kennen 40 Prozent der Kreditnehmer in Deutschland ihren eigenen Zinssatz nicht. Bei „Buy now, pay later“-Angeboten sind Konditionen und Kosten oft nicht klar ersichtlich. Dabei kann der jährliche Effektivzins bei Ratenzahlungen locker im zweistelligen Bereich liegen, wie Untersuchungen der Zeitschrift „Finanztest“ ergaben.