BW von oben – Ausbau der B 14 Stau gibt’s nur noch an der Ausfahrt

Vor 13 Jahren ist der Leutenbachtunnel freigegeben worden. Foto: Gottfried Stoppel

Während der vierspurige Ausbau der B 14 bis Backnang-West erst unlängst wieder einmal verschoben worden ist, hat die 2009 fertiggestellte Ortsumfahrung die Stadt Winnenden zum Positiven verändert. Dort soll die alte Bundesstraße nun rückgebaut werden.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Als der Bundesstraßentunnel zwischen Winnenden und Leutenbach im September 2009 für den Verkehr freigegeben wurde, war der aktuelle Oberbürgermeister von Winnenden noch gar nicht im Amt. Aber das Nadelöhr der Ortsdurchfahrt habe nicht nur er von jüngster Jugend an gekannt, sagt Hartmut Holzwarth. Eine Blechlawine von 50 000 Kraftfahrzeugen quälte sich täglich auf der B 14 einmal quer durch die Große Kreisstadt.

 

Die regelmäßigen Dauerstaus sind Geschichte

Die regelmäßigen Dauerstaus sind dank der vierspurigen Ortsumfahrung Geschichte. Lediglich die Bundesstraßenausfahrt Winnenden-West erweist sich im abendlichen Berufsverkehr bisweilen als Nadelöhr. Mit einem zeitweiligen Tempolimit zwischen 16 und 18 Uhr ist man der Gefahr von Staus bisher nicht ganz befriedigend begegnet, nun will das Land dieser Tage offenbar weitere Vorschläge für eine Verbesserung der Situation vorlegen.

Eine solche sei in puncto Luft- und Lärmbelastung in der Stadt längst erheblich spürbar, sagt Holzwarth. Und nicht nur in dieser Hinsicht erweise sich die Ortsumfahrung als Segen, es hätten sich auch „interessante städtebauliche Entwicklungen rund um Altstadt, Bahnhofsvorstadt, Holzmarkt und Kronenplatz“ ergeben. Holzwarth nennt das Mehrgenerationenprojekt der Bauherrengemeinschaft „Mittendrin und Nahdran“, die Neugestaltung des Areals der früheren Köhlerfabrik oder das neue Gerberviertel als Beispiele. Auch die Anbindung des Bahnhofsumfelds durch die Umgestaltung des Kronenplatzes könnte nun endlich in Angriff genommen werden.

Zwar hat der Gemeinderat bereits vor vier Jahren den Sieger aus drei Entwürfen eines Architektenwettbewerbs für ein ortsprägendes Wohn- und Geschäftshaus gekürt, doch nach einem Investorenwechsel stand dieser plötzlich wieder zur Disposition. In dieser Woche ist nun dem Gemeinderat eine modifizierte Version der Pläne vorgestellt worden. Eine Entscheidung über dessen Realisierung war im Gremium freilich noch nicht anberaumt.

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Vorangehen soll es hingegen mit der Beseitigung jener Schneise, die die Stadt nach wie vor noch teilt: Nach jahrelanger Vorbereitungszeit soll im Sommer der Rückbau der alten B 14 starten. Zehn Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung, mehr als vier Millionen Euro erhält die Stadt als Zuschuss vom Land. Die Maßnahme, die inklusive Kanal- und Wasserleitungsbau zum Ende des Jahres 2024 fertiggestellt sein soll, ist nach einer europaweiten Ausschreibung an die Bietergemeinschaft Klöpfer (Winnenden) und Epple (Remseck) vergeben worden.

Weiterer Ausbau nach Backnang verzögert sich erneut

Während die alte B 14 als zentrale Transportachse zwar seit 2009 nicht mehr benötigt wird, weil die neue Verkehrsführung um Winnenden herum verläuft, endet deren vierspuriger Ausbau in Richtung Backnang nach wie vor an der Kreuzung Waldrems. Das zuletzt von Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ausgegebene Ziel – der komplette Ausbau bis zum Autobahnzubringer im Westen von Backnang bis zum Jahr 2026 – wird nicht mehr zu halten sein, das steht mittlerweile fest. Das Regierungspräsidium Stuttgart, das den Ausbau der Straße im Auftrag des Bundes vorantreiben soll, rechnet damit, dass sich die Fertigstellung des Projekts um mindestens zwei bis drei Jahre verzögern wird. Als Gründe werden unter anderem Komplikationen beim Bau zweier neuer Bahnbrücken sowie eines geplanten Tunnels bei Waldrems genannt. Außerdem muss der Bund als Bauträger erst noch seinen Segen zu der Kostenfortschreibung des Projekts geben.

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Der für seine Stadt nötige Meilenstein beim Marathon namens B-14-Ausbau ist bereits vor 13 Jahren gesetzt worden. Dennoch übt sich der Winnender Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth in Sachen Vollendung in Optimismus. Der nördliche Abschnitt beim Murrtalviadukt starte ja schon im kommenden Jahr, sagt Holzwarth, um gleich ein bisschen einzuschränken: „Wenn im Bundeshaushalt nun die notwendigen Beschlüsse gefasst werden. Die Fertigstellung aller drei Abschnitte bis Waldrems könnte 2028/2029 klappen – wenn man natürlich dranbleibt seitens des Bundes.“

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