Vor zehn Jahren hat sich Lena Galagorri mit dem Café de Ville in ihrer Heimatstadt Schorndorf einen Traum erfüllt. Seit fünf Monaten ergänzt Kneipenhund Rudi das Mitarbeiter-Team des Lokals.

Fellbach: Eva Herschmann (eha)

Schorndorf - Rudi liegt völlig relaxt auf seiner Hundedecke. Neuen Gästen schenkt er kaum einen Blick. „Rudi im Training – Nicht anschauen, nicht ansprechen, nicht anfassen“ steht auf einem Zettel, der an der Wand über seinem Kopf hängt. Die Gäste halten sich dran, und Rudi auch. Nur wenn sich Frauchen Lena Galagorri bewegt, steigert das die Aufmerksamkeit des Mischlingsrüden. Dabei weiß Rudi ganz genau, dass seine Besitzerin nicht weggeht. Mit dem Café de Ville hat sich Lena Galagorri vor zehn Jahren den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt. Und mit Rudi, der seit fünf Monaten in die Lehre als Kneipenhund geht, ist er perfekt.

Ein Gefühl von Heimat

Das Café de Ville, Beim Brünnele 5, in Schorndorf, ist ein kleines glückliches Fleckchen Erde, das Lena Galagorri seit 2011 mit viel Liebe und Herzblut betreibt. Dank ihrer Gastfreundschaft und auch ihrer Küche ist eine Wohlfühloase für Gäste entstanden, aber auch für die Mitarbeiter. Das Café de Ville bietet aber nicht nur Speis, Trank und Gastfreundschaft, das Kaffeehaus ist für viele junge Menschen ein Arbeitsplatz und vermittelt ihnen ein Gefühl von Heimat.

Das Café de Ville liegt verkehrsgünstig am Rand der Altstadt. Gleich ums Eck ist der Parkplatz Archivplatz, und die Fußgängerzone beginnt am Haus. Am 22. Dezember 2011 hat Lena Galagorri das gemütliche Café eröffnet. „Ich habe am Ende der Schulzeit in der Gastronomie gejobbt und es hat mir schon damals riesig Spaß gemacht“, erzählt die gelernte Jugend- und Heimerzieherin. Als die Räumlichkeiten in ihrer Heimatstadt, in denen vor langer Zeit einmal die Kultkneipe Klamotte daheim war und danach ein Restaurant einen neuen Pächter suchten, wagte die Schorndorferin den Schritt zur Wirtin.

Kleine Tische und eine große Theke

Mit einfachen Mitteln, erzählt sie, habe sie aus dem Speiselokal ihr Café de Ville gemacht. Ein altes Sofa steht gleich beim Eingang, eine durchgehende Holzsitzbank an der Rückwand bietet viel Platz. Dazu kommen kleine Tische und eine große Theke. „Es hat sich alles irgendwie entwickelt, und ich habe das Café so eingerichtet, dass ich mich wohl fühle“, erzählt die 37-Jährige. Wohl fühlen tun sich offensichtlich auch die Gäste, die gerne bei Lena Galagorri einkehren.

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„Wir haben sehr viele Stammgäste“, erzählt Lena Galagorri. Das Café de Ville vereint aber auch ziemlich viel auf ziemlich begrenztem Raum. Hier lässt es sich gemütlich sitzen, einen guten Kaffee oder ausgesuchten Tee trinken, den es in großer Sortenvielfalt hier gibt, und Gespräche führen. Denn der mitgebrachte Nachwuchs hat währenddessen Spaß in einer reichhaltig bestückten Spielecke. Das Café-Lädchen bietet außerdem Kunst, Schmuck und Modisches, und falls jemand in Ruhe arbeiten möchte, findet sich ebenfalls eine passende Ecke. Außerdem sei das Essen, Lena Galagorri serviert Eintöpfe und Suppen, „einfach genial“, sagt eine Besucherin, die in der Ecke mit einer Freundin bei einem Kaffee plaudert. Und nicht nur im Sommer ist der großzügige, sonnige Außenbereich beliebt. „Natürlich kommen abends die Gäste auch gerne mal vorbei, um ein Bier, ein Glas Wein oder ein anderes Getränk aus der gut sortierten Bar zu konsumieren“, erzählt die Besitzerin.

Wechselnde Kunst an den Wänden

Dass im Café de Ville wechselnde Kunst an den Wänden hängt, habe sich einfach so entwickelt, erzählt Lena Galagorri. Bis die Pandemie auch hier auf die Bremse trat, wurde die Bilderschau alle zwei Monate ausgetauscht. „Das war eigentlich ein Selbstläufer, die Künstler sind auf mich zugekommen und haben gefragt, ob sie ihre Bilder hängen dürfen. Ich hoffe, dass wir bald wieder in den gewohnten Rhythmus kommen.“

Serie Lokalrunde

Serie
 In unserer Serie Lokalrunde schreiben wir in unregelmäßigen Abständen über Kneipen in der Region Stuttgart. Die Auswahl der Bars treffen unsere Autoren. Sie ist subjektiv und erhebt – angesichts der reichhaltigen Kneipenkultur in der Region – keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Service
 Das Café de Ville, Beim Brünnele 5, in Schorndorf, hat an Silvester von 9 Uhr bis 14 Uhr geöffnet. Ab dem 3. Januar sind die aktuellen Öffnungszeiten montags bis donnerstags von 10 Uhr bis 22 Uhr, an Freitagen und Samstagen von 10 Uhr bis 24 Uhr. Sonntags ist Ruhetag. Das Essen ist vegetarisch und vegan, die Kuchen sind hausgemacht. Das Café ist unter 0 71 81/6 69 33 42 oder mail@cafedeville.de zu erreichen und ist auch bei Facebook aktiv.

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