Café in Stuttgart-West Das Heilignüchtern am Hölderlinplatz schließt

Von red/aks 

Das Heilignüchtern am Hölderlinplatz im Stuttgarter Westen schließt nach knapp neun Monaten seine Pforten. Über die Hintergründe der unerwarteten Schließung schweigt Betreiber Jean Ravel im Moment noch.

Betreiber Jean Ravel in seinem Café Heilignüchtern am Hölderlinplatz. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Betreiber Jean Ravel in seinem Café Heilignüchtern am Hölderlinplatz. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Über die Theke des Heilignüchtern in der Johannesstraße in Stuttgart-West gehen bis auf weiteres keine Kaffespezialitäten, keine selbst gebackenen Kuchen und auch kein Feierabendbier mehr – das Lokal stellt nach knapp acht Monaten seinen Betrieb ein. Erst im September letzten Jahres zog das Heilignüchtern in die Räumlichkeiten eines ehemaligen Friseursalons am Hölderlinplatz.

Über die Gründe für die unerwartete Schließung möchte Betreiber Zan Velenderic, besser bekannt als Jean Ravel, momentan nicht sprechen. „Im Moment ist alles ein bisschen viel,“ so der erfahrene Gastronom. Probleme gebe es sowohl im geschäftlichen, als auch im privaten Umfeld.

Ravel bot seinen Gästen im Heilignüchtern bis vor Kurzem noch ein Mischkonzept aus klassischem Cafébetrieb, Restaurant und After-Work-Bar. Im Rahmen des Wechsels vom Tagesgeschäft hin zum abendlichen Barbetrieb wurden auch alkoholische Getränke, wie Weine, Gin oder Aperol, ausgeschenkt.

Heilignüchtern ist lyrischen Ursprungs

Den Namen Heilignüchtern entlieh Ravel dem berühmten Gedicht „Hälfte des Lebens“ von Friedrich Hölderlin, der Hölderlinplatz war der Wunschort für sein Lokal mit dem alternativen Konzept. Auch auf die Gestaltung der Räume hat der gelernte Art Director viel Energie verwendet, so entwarf er beispielsweise das detailverliebte Wandbild mit den Comic- und Fantasy-Figuren in schwarz-weiß selbst. Es prangt an der rotgefärbten Steinwand, direkt über der neun Meter langen, mit blauem Samt überzogenen, Sitzbank.

Ganz aus der Stuttgarter Gastro-Landschaft verschwindet Jean Ravel aber nicht. Mit dem Zimt und Zucker betreibt er seit über zehn Jahren ein erfolgreiches Café in der Weißenburgstraße. „Das Zimt und Zucker ist mein Baby, in diesem Laden steckt mein ganzes Herz“, so Ravel. Dieses Lokal könne er niemals schließen, sagt der überzeugte Café-Betreiber.

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