Café-Nachfolge in Feuerbach Neues Tagescafé Liki: Szene-Gastronomin rettet das ehemalige Café Klavierzimmer

Die neue Betreiberin Vanesa Sosa vor dem Eingang des ehemaligen Cafés Klavierzimmer in Feuerbach. Es soll künftig Liki heißen. Foto: Petra Xayaphoum

Das beliebte Café Klavierzimmer in Feuerbach hat Nachfolger gefunden! Ex-Varo-Betreiberin Vanesa Sosa eröffnet das Liki. Was sie anders macht – und welche Rolle Yoga-Brunchs spielen.

Stadtkind: Petra Xayaphoum (px)

Die Zukunft des ehemaligen Cafés Klavierzimmer ist gesichert. Im Spätsommer stand sie noch auf der Kippe, als den ehemaligen Betreiberinnen des beliebten Cafés in Feuerbach kurzfristig die Nachfolge abgesprungen ist (wir haben berichtet). Händeringend wurden möglichst zeitnah liebevolle Nachmieter für das Café gesucht, das sich bereits durch ein buntes Kultur- und Familienprogramm sowie hochwertigem Specialty Coffee einen Namen in der Nachbarschaft gemacht hat. Doch der Bericht über die offene Nachfolge schlug Wellen: Innerhalb kürzester Zeit flatterten den Café-Klavierzimmer-Macherinnen Sabina Bunea und Hanna Grom zahlreiche Bewerbungen ein, die in einer erfolgreichen Übernahme mündeten.

 

Vom Artikel zur Chance: Wie Schicksal ins Spiel kam

Nun ist die Katze aus Sack: Weiter an selber Stelle in Feuerbach macht nun Vanesa Sosa und eröffnet in der Stuttgarter Straße im Dezember ihr neues Tagescafé Liki. Die Stuttgarterin ist keine Unbekannte in der hiesigen Gastro-Szene: Bis September letzten Jahres betrieb sie gemeinsam mit ihrem Mann Roman die Café-Bar Varo im Stuttgarter Westen. Auch aus dem Café Seyffer’s, Tiffin, Bohème, Kaiserbau und mehr kennt man die zweifache Mutter bereits. „Mein Herz schlägt einfach für die Gastro“, sagt sie im Interview. Selbst in Zeiten, in denen sie hauptberuflich im Einzelhandel tätig war, hatte sie zumindest nebenberuflich noch am dem einen oder anderen Tag ihre Finger in der Gastronomiebranche noch im Spiel. Und das stetig seit mehr als zwanzig Jahren.

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Den Traum von einem eigenen Tagescafé hegte die energiegeladene Stuttgarterin entsprechend lang. „Und als ich den Artikel gelesen habe, in dem es hieß, dass die Nachfolge für dieses Café abgesprungen ist, musste ich die Chance ergreifen“, sagt Sosa. Dass sie unter allen Bewerbungen ausgesucht worden ist, erfuhr sie exakt ein Jahr später, nachdem sie und ihr Partner das Varo für immer zugesperrt hatten: am 13. September. „Schicksal?“, fragt Sosa lachend.

Liki: Ein Hauch von Sonne – Italien trifft Südamerika

Auf ihre italienischen und südamerikanischen Wurzeln verweisend möchte sie mit ihrem neuen Café-Konzept den Esprit beider Regionen nach Feuerbach bringen. Das fängt schon bei der Einrichtung an: Helle, sonnige Farben werden das Interieur bestimmen, viel Gelb, viel Orange. „Das passt gut zu der roten La Marzocco Kaffeemaschine, die ich von den Vormieterinnen übernommen habe“, sagt sie und klopft auf die orange geflieste Thekenfront.

Hier wird noch gewerkelt, am 1. Dezember soll das Café eröffnen. Foto: Petra Xayaphoum

Und auch kulinarisch soll es sich bemerkbar machen. Zum Beispiel möchte sie verschiedene Focaccias anbieten und weiterhin viel Wert auf die Kaffee-Qualität legen. Und auch selbstgebackene Kuchen stehen auf ihrem Plan.

„Doch es soll viel mehr als ein Café werden“, träumt Sosa. „Ich sage immer: ‚Come for the people, stay for the vibe‘.” Formen möchte sie den besagten Vibe mit einem Angebot aus Veranstaltungen, die sie sich im Liki vorstellen kann. Yoga Brunchs am Wochenende etwa, Afterworks unter der Woche und regelmäßige Events, die sich speziell an Frauen richten. „Ich möchte, dass hier Frauen gemeinsam ins ehrliche Gespräch kommen“, wünscht sie sich. Sie selbst haben in der Vergangenheit immer Themen umgetrieben, über die noch immer nicht offen und ehrlich genug gesprochen werde, sei es Schwangerschaft, Muttersein, Gründen oder das Älterwerden. Im Liki soll das in Zukunft aber alles Platz finden.

Im Dezember soll es losgehen

Eröffnet wird das Liki, dessen Name sich aus den beiden Vornamen ihrer Kinder zusammensetzt (Lio und Kiva), wahrscheinlich am 1. Dezember. „Wir hoffen, dass bis dahin die Bürokratie erledigt ist“, sagt Vanesa Sosa und verweist auf ihre Instagram-Page als Info, falls der Termin sich doch verschieben sollte. Sie selbst ist mehr als bereit für die Eröffnung: „Ich kann es kaum erwarten zu eröffnen“, freut sie sich, während sie Nachrichten für den Boten ihrer ersten Kaffeebohnenbestellung schreibt. Ein neues Kapitel kann kommen.

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