Calisthenics-Park am Südheimer Platz Fit halten ohne Fitnessstudio

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Nik Messerschmidt (links), Samuel Baur und Jugendrätin Amelie Brey wünschen sich im Stadtbezirk Süd einen Calisthenics-Park. Der Bezirksbeirat Süd begrüßt die Initiative der Jugendlichen aus dem Stadtbezirk und des Jugendrats Süd.

Nik Messerschmidt (links), Samuel Baur und Jugendrätin Amelie Brey wünschen sich im Stadtbezirk Süd einen Calisthenics-Park. Foto: Nina Ayerle
Nik Messerschmidt (links), Samuel Baur und Jugendrätin Amelie Brey wünschen sich im Stadtbezirk Süd einen Calisthenics-Park. Foto: Nina Ayerle

S-Süd - In anderen Ländern ist die Sportart Calisthenics längst ein großer Trend. In Deutschland wiederum gibt es bisher recht wenig solche Sportanlagen; in der Region Stuttgart verfügt nur Leinfelden-Echterdingen über einen Outdoor-Park für Körpergewichtsübungen. Eine Gruppe an Fans hat sich dennoch schon zusammengeschlossen, in Facebook verfügt eine entsprechende Gruppe bereits über circa 600 Mitglieder, die gerne Calisthenics – auch Street-Work-Out genannt – betreiben.

Ideal für die Anlage ist der Südheimer Platz

Die beiden Stuttgarter Studenten Nik Messerschmidt und Samuel Baur setzen sich nun gemeinsam mit dem Jugendrat Süd für den Bau einer derartigen Anlage ein. Calisthenics sind eine Form des körperlichen Trainings, für die nur das eigene Körpergewicht benötigt wird. Entsprechende Geräte, wie es sie zum Beispiel auch auf Trimm-dich-Pfaden gibt, können das Training noch unterstützen. Einen geeigneten Platz für solch einen Trainigsparcour haben sie im Stadtbezirk auch schon ausgemacht. Sie halten den Südheimer Platz für geeignet. „Da ist ohnehin schon ein Spielplatz, die Anwohner wären daher auch nicht arg viel mehr belästigt“, sagt der 21-jährige Nik Messerschmidt.

Im Bezirksbeirat Süd haben sie ihre Pläne bereits vorgestellt und sind dort auf große Begeisterung gestoßen. „Ich finde das klasse“, sagte Ulrike Holch von der SPD-Fraktion in der jüngsten Sitzung. Vor allem weil man es nun solange nicht geschafft habe, die geplante Downhill-Strecke umzusetzen. Behida Begic von der CDU-Fraktion lobte vor allem den Einsatz des Jugendrats. „Ich finde es toll, dass er sich für so ein Projekt einsetzt“, sagte sie. Auch Bezirksbeirat Michael Knödler von der Fraktionsgemeinschaft SÖS-Die Linke-Plus fand den Vorschlag unterstützenswert. „Das ist eine sehr gute Idee, weil auch viele Jugendliche kein Geld für ein Fitnessstudio haben“, sagte er. Amelie Breyer vom Jugendrat Süd sieht darin auch einen großen Vorteil. „Die Leute haben so die Möglichkeit, an der frischen Luft Sport zu treiben und müssen nichts dafür bezahlen“, sagte sie. Geeignet seien die Geräte vor allem auch für jede Altersgruppe.

Messerschmidt und Baur, die diesen Sport selbst schon seit zwei Jahren betreiben, stellen sich eine abgetrennte Fläche von 15 auf 15 Metern vor. Auch entsprechende Angebote haben die beiden eingeholt. Im Gespräch waren sie dazu mit dem Sozialunternehmen Neue Arbeit, das zwar gerne unterstützen würde, aber wenig Erfahrung mit dem Bau solcher Geräte hat.

Die Jugendlichen rechnen mit 30 000 Euro an Kosten

Spezialisiert hat sich darauf die Firma Play Parc aus Norddeutschland. Die Kosten beliefen sich dann aber nach Schätzungen der Jugendlichen auf etwa 20 000 bis 30 000 Euro. „Es ist aber kein kurzfristiges Projekt“, betonte Baur. „Man hat Jahrzehnte etwas von so einem Park“, ergänzte Messerschmidt. Der Aufwand für den Bau wäre zudem gering, sagte Amelie Brey. „In Leinfelden war der Park nach zwei Wochen fertig“, sagte die Jugendrätin.

Geeignet ist ein Calisthenics-Park für jede Altersklasse und für jedes Level. „Es ist nichts für Leute, die extrem trainiert sind“, sagt Nik Messerschmidt, der häufig nach Leinfelden geht. Viele Mütter mit Kindern seien dort. „Und das Schöne ist, alle verstehen sich sofort gut.“

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