Campen in Waldenbuch Dieser Wohnmobil-Stellplatz ist beliebt

Die drei Stellplätze sind kostenlos. Infrastruktur gibt es keine. Foto: Claudia Barner
Die drei Stellplätze sind kostenlos. Infrastruktur gibt es keine. Foto: Claudia Barner

Der Waldenbucher Wohnmobil-Stellplatz in der Glashütte hat die Grenze von 150 000 Klicks übersprungen und zieht auch Reise-Blogger an.

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Waldenbuch - Die Überraschung kam zum Ferienende. „Der von Dir hinzugefügte Ort kommt richtig gut an“, jubelte der Internet-Wegweiser Google Maps und gratulierte der Waldenbucher Ordnungsamtsleiterin Katharina Jacob per Mail zum 150 000. Klick für den von ihr 2018 eingestellten Hinweis auf den städtischen Wohnmobil-Stellplatz in der Glashütte. „Offenbar stößt das Angebot auf reges Interesse“, stellt Katharina Jacob erfreut fest. Denn bisher gab es keine belastbaren Daten dazu, ob die Reisemobilisten die Übernachtungsmöglichkeit im Schönbuch überhaupt auf dem Radar haben.

Die drei gepflasterten Stellplätze sind kostenlos. Infrastruktur ist keine vorhanden. Wer kommt und geht, was die Gäste unternehmen und wie lange sie bleiben, wird deshalb in Waldenbuch nirgendwo erfasst. Mitunter rufen Reisende im Rathaus an oder wollen per Mail einen Stellplatz mieten. „Das sind aber absolute Ausnahmen“, sagt Katharina Jacob, die für vorherige Vereinbarungen auch keinen Anlass sieht. Bisher sei noch jeder untergekommen, der hier übernachten wollte. Und wenn die ausgewiesenen Stellplätze belegt sind, gebe es nebenan auf dem Wanderparkplatz genügend Ausweichmöglichkeiten. Benötigt wurden sie in den vergangenen Jahren wohl kaum.

Ausgangspunkt für Wanderungen und Fahrradtouren

Wer das Wohnmobil-Areal tagsüber regelmäßig passiert, findet nur sehr sporadisch einen Camper vor. „Tatsächlich scheinen die Reisenden hier vor allem zu übernachten und morgens ziehen sie wieder los“, sagt die Leitern des Waldenbucher Ordnungsamts. Auch für ein paar Stunden werde gerne Rast eingelegt, etwa um die Wanderschuhe zu schnüren oder mit dem Fahrrad eine Tour auf dem Museumsradweg zu unternehmen.

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Kein Camping-Hotspot also, aber immerhin ein Ort, der wahrgenommen wird. Die Kosten von 15 000 Euro für das Anlegen der drei Stellplätze hatten sich die Kommune und die Region Stuttgart im Rahmen eines regionalen Tourismusprojekts 2018 geteilt. Nachdem 2019 immer mehr Camper die unbekannte Nische für sich entdeckt hatten, kreuzte 2020 Corona dazwischen. „Während des Lockdowns war mit der Schließung der Campingplätze auch die Nutzung der öffentlichen Stellplätze verboten“, erzählt Katharina Jakob. Als die Regeln im Sommer wieder gelockert wurden, war die Lust am Herumreisen noch stark gedämpft. „Ich hatte den Eindruck, dass viele Menschen zuhause geblieben sind“, sagt Katharina Jacob.

Der Wohnmobilstellplatz wird sogar in einem Blog gelobt

In diesem Jahr erwacht der Spaß daran, sich treiben zu lassen und durch die Lande zu fahren, wieder. Da hilft es auch, dass vor wenigen Wochen die Reise-Bloggerin Julia Lassner in Waldenbuch Station gemacht und den Womo-Parkplatz am Eingang zur Glashütte getestet hat. In ihrem Blog unter www.globusliebe.com gibt sie Einblicke in ihre Erfahrungen. „Es ist der perfekte Wohnmobilstellplatz für tagsüber“, lobt sie. Als Ausgangspunkt zum Wandern, für einen Besuch beim Schokoladen-Hersteller Ritter Sport oder als Einstieg in den Herzog-Jäger-Pfad sei die kostenlose Stell- und Übernachtungsmöglichkeit hervorragend geeignet.




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