Camping bricht Rekorde So viel kostet Campingurlaub in Europa

Im vergangenen Jahr haben so viele Menschen wie noch nie zuvor auf Campingplätzen in Deutschland übernachtet. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

2024 haben so viele Menschen wie noch nie auf Campingplätzen in Deutschland genächtigt. Der Trend hält weiter an, aber die Preise steigen.

Leben: Susanne Hamann (sur)

Der Campingtourismus in Deutschland hat einen neuen Rekord aufgestellt. Im vergangenen Jahr haben so viele Menschen wie noch nie zuvor auf Campingplätzen in Deutschland übernachtet. Knapp 42,9 Millionen Gästeübernachtungen wurden 2024 gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr 2023 stieg die Zahl der Übernachtungen um 1,4 Prozent (2023: 42,3 Millionen). Im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es 35,8 Millionen. Das entspricht lauf Statistischen Bundesamt einer Steigerung um 19,9 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

 

Dabei zog es die meisten Camperinnen und Camper auch 2024 an die schleswig-holsteinische Ostsee mit 3,4 Millionen Übernachtungen, darunter 3,3 Millionen von Gästen aus dem Inland. Dahinter folgten ebenfalls wie im Jahr zuvor der Schwarzwald (2,6 Millionen Übernachtungen), die niedersächsische Nordseeküste (1,9 Millionen) sowie das bayerische Allgäu (knapp 1,8 Millionen). Vorpommern (1,7 Millionen) und die mecklenburgische Ostseeküste (gut 1,6 Millionen) zogen an der Region Bodensee-Oberschwaben (knapp 1,6 Millionen) vorbei, die im Jahr 2023 noch unter den fünf meistbesuchten Reisezielen zum Campen war.

Wo man günstig campen kann

Wie viel zahlen Camper 2025 für eine Übernachtung? Das wollte in Berlin ansässige Buchungs- und Infoportal Camping.info wissen und hat die Preise von über 20 000 europäischen Campingplätzen in 34 Ländern ausgewertet. Ergebnis: überall wird es teurer. Demnach kostet eine Übernachtung für zwei Personen mit Stellplatz für den Caravan, Strom und Ortstaxe im Schnitt zwischen 14,18 Euro und 40,40 Euro.https

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise europaweit um 4,75 Prozent gestiegen. Besonders viel bezahlt man in Italien, der Durchschnittspreis pro Nacht ist hier um 2,94 Prozent auf 40,40 Euro gestiegen. Günstig hingegen: Camping in Albanien. Dort stiegen die Übernachtungskosten zwar um 4,88 Prozent, liegen aber dennoch bei moderaten 14,18 Euro pro Nacht. In Deutschland zahlt man durchschnittlich 28,86 Euro. Bei der Auswertung der einzelnen Bundesländer liegt Baden-Württemberg mit 31,29 Euro pro Nacht (+5,00 Prozent) auf Platz vier der teuersten Campdestinationen.

„Camping ist beliebt, weil man hier flexibel, naturnah und leger Urlaub machen“, sagt Johanna Risse, Sprecherin von Camping.info. Die Corona-Krise habe der Reiseform einen Schub gegeben. „Die meisten, die sich in der Pandemie einen Caravan gekauft haben, sind dabeigeblieben und nutzen das Fahrzeug oft und gerne. Die Investition soll sich ja lohnen“, sagt die Expertin, die auch einen Tipp für alle parat hat, die mit kleinerem Budget unterwegs sind: nach Plätzen abseits der bekannten Touri-Hotspots schauen und zusätzlich Rabattkarten und Vorteilsprogramme nutzen. „Camping bietet nach wie vor ein super Preis-Leistungs-Verhältnis“, sagt Johanna Risse.

Trotz der wirtschaftlichen Lage wollen viele verreisen

Nach Zahlen der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) aus Kiel gaben die Deutschen im Jahr 2024 90,1 Milliarden Euro für Urlaub aus. Im Jahr zuvor waren es 86,3 Milliarden Euro. Auf die Unterkunftswart Camping entfielen dabei 5,8 Prozent (2024: 5,7 Prozent). Auch für 2025 prognostiziert das Reise- und Buchungsportal camping.info eine weiter steigende Nachfrage und empfiehlt, Campingplätze frühzeitig zu buchen.

Dies bestätigt die FUR: „Trotz der relativ negativen Einschätzung der wirtschaftlichen Lage sind die Urlaubspläne der Deutschen sehr positiv.“ Schon im Januar waren 75 Prozent der Befragten sicher, 2025 in die Ferien zu fahren. 43 Prozent wussten auch schon genau, wohin.

Die Preise im Überblick

Durchschnittspreise pro Nacht für zwei Personen inklusive Stellplatz, Caravan, Strom und Ortstaxe. Diese Erhebung basiert auf den Preisangaben von ca. 20.000 Campingplätzen, welche von Betreibern bei camping.info hinterlegt sind.

Europa
Albanien: 14,18 Euro (+4,88 %)

Türkei: 15,01 Euro (+2,88 %)

Nordmazedonien: 17,97 Euro (+7,09 %)

Bosnien-Herzegowina: 18,67 Euro (+2,25 %)

Rumänien: 18,87 Euro (+9,52 %)

Deutschland 28,86 Euro (+4,87 %)

Spanien: 34,27 Euro (+1,54 %)

Österreich: 38,30 Euro (+5,36 %)

Schweiz: 39,23 Euro (+1,47 %)

Kroatien: 40,40 Euro (+4,20 %)

Italien: 40,40 Euro (+2,96 %)

Deutschland

Saarland: 23,69 € (+0,17 %)

Thüringen: 24,21 € (+4,22 %)

Sachsen-Anhalt: 24,95 € (+5,32 %)

Hessen: 25,11 € (+5,33 %)

Nordrhein-Westfalen: 25,85 € (+6,07 %)

Sachsen: 26,87 Euro (+3,43 %)

Rheinland-Pfalz: 27,12 Euro (+3,51 %)

Niedersachsen: 27,52 Euro (+4,32 %)

Brandenburg: 28,08 Euro (+3,92 %)

Bremen: 30,00 Euro (0,00 %)

Schleswig-Holstein: 30,24 Euro (+6,07 %)

Bayern: 31,25 Euro (+6,47 %)

Baden-Württemberg: 31,29 Euro (+5,00 %)

Berlin: 32,28 Euro (-0,03 %)

Mecklenburg-Vorpommern: 33,20 Euro (+2,31 %)

Hamburg: 44,42 Euro (+9,03 %)

Hinweis zur Datenbasis:

Alle Camping-Preise in weiteren europäischen Ländern pro Nacht in Europa: www.camping.info/preisvergleich

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