Cannabis auf Rezept München will als erste deutsche Stadt Medizinhanf anbauen

Von red 

Seit knapp zwei Jahren können Patienten gegen ein Rezept medizinisches Cannabis kaufen. Als erste deutsche Stadt will München nun Hanf für Medizinzwecke selbst anbauen lassen.

Bislang wird Medizinhanf vor allem aus Holland und Kanada nach Deutschland importiert. Foto: dpa
Bislang wird Medizinhanf vor allem aus Holland und Kanada nach Deutschland importiert. Foto: dpa

Stuttgart - Wer in Deutschland Hanf auf Rezept in Apotheken kauft, bezieht diesen in den meisten Fällen aus den Niederlanden oder Kanada. Ein Anbau der Pflanze hierzulande ist bislang verboten. Nun könnte sich das ändern. Als erste deutsche Stadt will München Medizinalhanf anbauen lassen. „Wir haben durchaus die Flächen und die Möglichkeit dazu“, sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei einer Petitionsübergabe des Deutschen Hanfverbands München. Warum die Stadt den Anbauplan in Angriff nimmt und wann der erste deutsche Medizinhanf zu Cannabis verarbeitet würde, sehen Sie im Video.

Seit März 2017 ist es gesetzlich möglich, dass Patienten im Einzelfall Cannabis auf Rezept bekommen, etwa bei chronischen Schmerzen und als Palliativ-Behandlung. Bei Krebserkrankungen werden Krankenkassen zufolge neben der Schmerzbehandlung auch Anträge für die Behandlung von Gewichtsverlust oder gegen das Erbrechen aufgrund von Chemotherapien gestellt. Bei der Behandlung von Spastiken bei Multipler Sklerose wird Cannabis auch genutzt. Experten warnen jedoch immer wieder vor überhöhten Erwartungen bei der medizinischen Wirkung.