Cannabis-Konsum in Stuttgart In welchen Clubs darf gekifft werden?
Wir haben uns im Stuttgarter Nachtleben umgehört: In welchen Clubs darf eigentlich Cannabis konsumiert werden und wo nicht? Ein eindeutiger Trend ist zu erkennen.
Wir haben uns im Stuttgarter Nachtleben umgehört: In welchen Clubs darf eigentlich Cannabis konsumiert werden und wo nicht? Ein eindeutiger Trend ist zu erkennen.
Seit 1. April sind der Besitz und Konsum von Cannabis unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Das Gesetz regelt auch, wo gekifft werden darf. So ist der Konsum „in Sichtweite“ von Schulen, Kindergärten etc. verboten. Die Sichtweite endet nach 100 Metern Luftlinie um den Eingangsbereich. Alles klar ist damit noch lange nicht. Besitzer:innen von Raucherkneipen und -clubs dürfen nun nämlich selbst entscheiden, ob bei ihnen gekifft werden darf.
Es sei denn, sie kollidieren mit den Verbotszonen. So zum Beispiel im Transit/Bergamo in der City am Hans im Glück-Brunnen: „Nein, bei uns in der Bar darf nicht gekifft werden. Wir befinden uns auch unter anderem in einer 100-Meter-Zone zu einem Kindergarten“, heißt es von den Betreibern. Auch beim Kulturbunker am Diakonissenplatz im Stuttgarter Westen wird es wegen der Verbotszonen schwierig. Direkt auf dem Platz über dem Bunker befindet sich ein Spielplatz. Direkt im Bunker selbst darf aber sowieso nicht geraucht werden, auch keine Zigaretten sind dort erlaubt, sondern nur im Treppenabgang.
Viele der anderen Stuttgarter Club-Besitzer:innen entscheiden sich für diese Variante: Indoor nein, Outdoor ja. Im Unterdeck von Fridas Pier in Bad Cannstatt darf allgemein nicht geraucht werden. Daher ist hier auch Kiffen verboten. Auf dem Oberdeck und dem Gelände rund ums Clubschiff ist der Cannabis-Konsum aber erlaubt.
Auch David vom Classic Rock Café in der City hat sich dazu entschieden, dass seine Gäste auf der Terrasse kiffen dürfen. Bisher hat er damit gute Erfahrungen gemacht: „Bis jetzt haben wir keine große Kiffer-Wolke oder so vor unserem Club“, sagt der Clubbetreiber lachend. „Es ist vielleicht mal eine Person da, die Cannabis raucht, aber es ist alles sehr überschaubar.“
In der Romantica in der Stadtmitte gilt ähnliches: „Bei uns darf indoor nicht gekifft werden. Wir sind zwar völlig d’accord damit, dass es legalisiert wurde, aber im Club hätten Gäste keine Wahl, ob sie sich dem Rauch aussetzen wollen oder nicht“, sagt uns die Romantica-Chefin Femke. „Viele sind auf ihren Führerschein angewiesen. Da kann die Lüftungsanlage noch so gut sein. Wenn man sich stundenlang auf der Tanzfläche befindet und mehrere Leute kiffen um einen herum, ist das ein Risiko, dem sich nicht jede:r aussetzen mag.“ Auch ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möge sie das nicht zumuten. „Vor der Türe darf aber gekifft werden“, sagt sie.
Die Stuttgarter Clubbetreiberinnen und -betreiber gehen mit der Teillegalisierung von Cannabis also eher vorsichtig um. Andere Gäste sollen durch den Konsum und das Passivrauchen nicht abgeschreckt werden. Wie sensibel das Thema ist, zeigt auch, dass sich viele der Stuttgarter Betreiber:innen auf unsere Anfrage hin nicht zurückgemeldet haben oder keine eindeutige Auskunft darüber gaben, wie sie das Thema geregelt haben.