Drei Jahre war Pause. Nun kehrt das Cannstatter Volksfest zurück. Nicht alleine. Wie die Laune des Kalenders will, beginnen am Wochenende auch das Landwirtschaftliche Hauptfest und das Historische Volksfest.

Der Höhepunkt der Regentschaft naht. Endlich darf Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper sein erstes Volksfest eröffnen. Corona zwang ihn zur Geduld, an diesem Freitag darf er Zapfhahn und Schlegel auspacken. Immerhin, Zeit genug zu üben hatte er. Neben dem OB trifft man heuer auch Esel, Ochs und Pferd auf dem Wasen. Damit man sich nicht zwischen Tieren, Buden und Zelten verirrt, haben wir das Wichtigste zusammengetragen.

Wann ist der Auftakt? Es geht Schlag auf Schlag. An diesem Freitag um 15.30 Uhr wird Nopper im Dinkelacker-Zelt der Brüder Klauß das erste Fass des Volksfests anstechen. Und weil ein Nopper selten nur einmal kommt, wird man den OB am Samstagmorgen schon wieder im Festzelt sehen, um 11 Uhr beginnt dann das Historische Volksfest auf dem Schlossplatz. Am Sonntagmorgen um 9 Uhr startet das Landwirtschaftliche Hauptfest.

Was ist das, dieses Hauptfest? Die Fruchtsäule als Wahrzeichen kündet von den Wurzeln des Festes als Erntedankfest. Es war 1818 von Wilhelm I. nach langen Hungerjahren gegründet worden – als Fest der Bauern. Das ist in diesem Jahr wieder zu spüren, wenn der Wasen eine Woche lang der größte Bauernhof des Landes ist. Das Landwirtschaftliche Hauptfest ist eine der bedeutendsten Agrarmessen der Republik. Das Gelände des Hauptfests unmittelbar neben dem Volksfest ist bis zum 3. Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr offen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 15 Euro (nachmittags 7), Kinder zwischen sechs und 14 Jahren zahlen 6 Euro (4,50) , unter sechs Jahren ist der Eintritt frei. Familienkarten kosten 32 Euro.

Was hat der Bauernhof zu bieten? Dort werden die neuesten Entwicklungen der Landwirtschaft gezeigt. Haushohe Schlepper und Landmaschinen sind zu sehen, aber auch ein moderner Kuhstall, in dem der Computer das Fressen serviert und ein Roboter putzt. Und natürlich gibt es viele Tiere. Mehr als 600 sind es. Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, Ziegen, Hasen, Kaninchen, Hühner und Fische. Die Schweine darf man dieses Jahr leider nicht streicheln. Den Tieren droht allerdings nicht Corona, sondern die Afrikanische Schweinepest.

Was steht auf dem Schlossplatz? Wie das Landwirtschaftliche Hauptfest erinnert auch das Historische Volksfest an die Ursprünge des Volksfests. Der Schlossplatz verwandelt sich in einen Rummel aus vergangenen Zeiten. Alte Fahrgeschäfte wie eine Geisterbahn, Riesenrad, Boxauto und Schwanenflieger sind aufgebaut, Gaukler und Seiltänzer und Trachtengruppen treten auf. Es gibt ein Traditionszelt mit schwäbischen Speisen, schwäbischer Musik und einem Tanzboden. Die Buden öffnen zwischen Samstag, 24. September, und Montag, 3. Oktober, täglich von 11 bis 22 Uhr.

Wie teuer wird das Volksfest? Die Maß Bier kostet in den Zelten bis zu 13,20 Euro. Für ein halbes Hähnchen zahlt man bis zu 13,50 Euro. Auf dem Platz kostet eine Portion Pommes ab 3,50 Euro, ein Maiskolben ab 3,50 Euro. 100 Gramm Mandeln gibt es ab 4 Euro, Zuckerwatte ab 2 Euro, eine Schokobanane und ein Liebesapfel kosten je 3 Euro. Ansonsten gilt wie im Supermarkt: Preise vergleichen. Oder an den Familientagen am Mittwoch, 28. September, und Mittwoch, 5. Oktober, kommen: Schausteller und Wirte verkaufen dann tagsüber Fahrchips, Bier, Göckele und Pommes günstiger.

Wie teuer ist der Nervenkitzel? Den neue Freifallturm Fortress besteigt man für 8 Euro, Kinder zahlen 6 Euro. Die Achterbahn Heidi the Coaster verlangt für eine Fahrt 6 Euro. Im Airwolf zahlt man 6 Euro. Für eine Runde Boxauto-Fahren zahlt man 3 Euro. Im Kinderkarussell kostet eine Fahrt 3 Euro, im Babyflieger 2,50 Euro. Der Eintritt ins Kasperletheater kostet 3,50 Euro.

Wie lange darf gefeiert werden? An diesem Freitag beginnt das Volksfest um 15 Uhr und endet um Mitternacht. Samstags und am Sonntag, 2. Oktober, beginnt es um 11 Uhr und endet um 24 Uhr. Sonntags öffnen die 250 Betriebe um 11 Uhr und schließen um 23 Uhr. Von Montag bis Donnerstag ist von 12 bis 23 Uhr geöffnet, freitags von 12 bis 24 Uhr, am 3. Oktober von 11 bis 23 Uhr. Am Sonntag, 9. Oktober, endet das Volksfest.