Cannstatter Volksfest Ein Festauftakt wie aus dem Bilderbuch

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Gutes Wetter führt zu guter Stimmung in übervollen Zelten: Am ersten Wasen-Wochenende haben rund eine Million Besucher auf dem Cannstatter Volksfest gefeiert, getrunken und getanzt.

Über dem Cannstatter Wasen ist die Freiheit  für Schwindelfreie grenzenlos.   Nicht nur in den Zelten  ist es am ersten Volksfestwochenende hoch her gegangen. Foto: dpa
Über dem Cannstatter Wasen ist die Freiheit für Schwindelfreie grenzenlos. Nicht nur in den Zelten ist es am ersten Volksfestwochenende hoch her gegangen. Foto: dpa

Stuttgart - Traumwetter, der erste Sieg des VfB Stuttgart in der benachbarten Mercedes-Benz-Arena und geschätzt eine Million Besucher – Andreas Kroll, Geschäftsführer des Volksfestveranstalters In Stuttgart, spricht von „einem Festauftakt wie aus dem Bilderbuch“. Seine Bilanz: Alle Hoffnungen und Erwartungen seien weit übertroffen worden. Das Wasenspektakel dauert noch bis zum 12. Oktober.

Auf diesen Start lässt sich gut anstoßen. Der Champagner fließt längst auch auf dem traditionellen Bierfest in Strömen. Sehen und gesehen werden – darum geht es im Schwabenzelt von Michael Wilhelmer. Damit auch jeder sieht, wer von den Kellnern Moet & Chandon in Flaschen von 0,75 (Imperial) bis 30 Liter (Melchisedech) gebracht bekommt, wird vorsichtshalber am Flaschenkopf ein kleines Tischfeuerwerk abgebrannt, während der Kellner das Tablett durch die Equipe Lounge balanciert.

Zwei Welten in den Festzelten

In den Festzelten herrscht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft – im Zentrum feiert die Masse, auf den Emporen und in den Lounges die Klasse. Während etwa die Besucher im überfüllten Mittelschiff in der Schwabenwelt aufgefordert sind, für den Festwirt eine La-Ola-Welle zu machen, ist Wilhelmer auf der Empore schwer mit seiner Klientel beschäftigt. Dort sitzen 800 geladene Gäste, die einen perfekt organisierten Abend erwarten. Wilhelmer geht von Tisch zu Tisch, organisiert, hantiert, spricht ins Funkgerät. Hier oben muss alles passen.

Die Equipe, ein Zusammenschluss von sechs Unternehmern aus der Region, hat ihre besten Kunden und Freunde zum Wasen-Auftakt eingeladen. „Unten ist eben Party, hier oben ist es ein bisschen ruhiger“, sagt Henry Schweizer von Equipe, „da kann man sich in Ruhe unterhalten, fremde Menschen treffen, eben einfach netzwerken.“ Noch vor wenigen Jahren hätte man es nicht für möglich erachtet, dass Unternehmer im Bierzelt Geschäfte machen. Heute lädt jeder, der etwas auf sich hält, auf den Wasen ein. Die Firma Porsche beispielsweise feiert den Eröffnungsabend bei Hans-Peter Grandl.