Mehr Sicherheit: Gemeinsam mit In Stuttgart haben die Wirte einen Plan entwickelt, der das Nadelöhr zur Schichtwechselzeit entzerren soll. Klar ist schon jetzt: die Maß Bier wird teurer werden.
Stuttgart - Dass das Interesse am Cannstatter Volksfest immer größer wird, zeigt sich schon an der Eröffnungspressekonferenz, die drei Tage vor dem offiziellen Beginn des Festes stattfindet. Dass auch die Beliebtheit steigt, ist an den Besucherzahlen zu sehen: Die Veranstalterin, die Veranstaltungsgesellschaft In Stuttgart, rechnet in diesem Jahr wieder mit bis zu vier Millionen Besuchern. Nico Lustnauer vom Landesverband der Schausteller und Marktkaufleute, wagt sogar eine höhere Prognose: „Wir hoffen darauf die vier Millionen-Besucher-Marke zu knacken und sind guter Dinge, dass das klappen wird.“ Nicht nur bei den Bierpreisen zwischen 9,60 und 9,80 Euro, das sind allerdings etwa 30 Cent mehr als im Vorjahr, gewinnt der Wasen gegen die Konkurrenz aus München, auch sonst sind sich die Vertreter auf der Pressekonferenz einig: Der Wasen muss sich hinter der Wiesn schon längst nicht mehr verstecken.
Nadelöhr soll beseitigt werden
Der Besucheransturm stellt die Schausteller und vor allem die Wirte in den Bierzelten vor eine besondere Herausforderung. Schließlich musste am 3. Oktober im vergangenen Jahr der Wasen wegen kurzzeitiger Überlastung am Nachmittag geschlossen werden. Schon damals war klar, dass es ein neues Sicherheitskonzept insbesondere für den Zeltwechsel geben muss. „Die Strukturen müssen mit dem Volksfest wachsen, da haben wir einigen Nachholbedarf“, sagte Wirtesprecher Werner Klauss, „wir sind stark daran interessiert, dass das Sicherheitskonzept gut umgesetzt wird.“
Gemeinsam mit In Stuttgart wurde ein Plan entwickelt, der das Nadelöhr zur Schichtwechselzeit an den drei Zelten Göckelesmaier, Sonja Merz und Fürstenbergzelt entzerren soll. „Die Wechselthematik zum Abend hin betrifft insbesondere die Samstage“, so Marcus Christen von der Veranstaltungsgesellschaft, „es geht vor allem darum, dass nicht alle drei Zelte gleichzeitig den Wechsel vollziehen, sonst haben wir zu viele Leute auf dem Platz.“ Um die Sicherheit auf dem Platz weiterhin gewährleisten zu können, wurde die Straße am Neckar verbreitet, außerdem soll mit einem zeitlichen Versatz zum Ein- und Auslass der drei Zelte gearbeitet werden.
Vor dem Zelt werden Flyer verteilt
Im Fürstenbergzelt von Peter Brandl werden an den Samstagen zunächst die Besucher aus der Galerie aus dem Zelt gebeten, dann folgt das Mittelschiff. Der Auslass soll hinten heraus über die Straße am Neckar erfolgen, damit die Hauptstraße spürbar entlastet wird. Denn da stehen am späten Nachmittag schon die nächsten Gäste. „Wir werden versuchen, sie auch über unsere Seitentüren an der Feuergasse herein zu lassen, damit der Besucherstrom von der Hauptstraße weg ist“, sagt der Wirt Peter Brandl.
Beim Göckelesmaier ist sowohl auf der Homepage als auch bei den Anschreiben für die reservierten Plätze klare Anweisungen angegeben, wer wann durch welchen Eingang eingelassen und schließlich auch wieder ausgelassen wird. Sollte es vor dem Zelt zu langen Warteschlangen kommen, werden auch bei diesem Volksfest wieder Flyer an die Gäste verteilt, sagt Festwirtin Daniela Maier: „Darauf ist genau aufgeschrieben, welche Eingänge genutzt werden können.“ Man habe damit gute Erfahrungen gesammelt. Sie betont: „Wer 15 Minuten zu spät kommt, dessen Reservierung verfällt nicht sofort.“
Mit dem größten Besucherandrang wird wieder an den Samstagen gerechnet – denn zunächst nur für diese soll der Schichtwechselplan gelten. Da der 3. Oktober auch auf einen Samstag fällt, wird es für den Feiertag keine gesonderte Regelung geben.
Am Freitag findet die offizielle Eröffnungsveranstaltung wie auch im vergangenen Jahr wieder um 15 Uhr statt. Neu ist, dass sich die Anzahl der Schläge, die OB Fritz Kuhn brauchen wird um das erste Fass anzuzapfen, in den Böllerschüssen wieder finden lässt, mit denen das Volksfest eröffnet wird. Die traditionelle Eröffnung wird am Samstag von 11 Uhr an der Fruchtsäule stattfinden, am Sonntag beginnt um 11 Uhr in Bad Cannstatt der Traditionsumzug, bei dem 3300 Mitwirkende durch die Cannstatter Gassen zum Wasen ziehen werden.