Carina Witthöft in Stuttgart Ehemaliges Tennis-Talent sagt Comeback-Versuch ab

Von red/dpa 

Zu viel Druck, schlaflose Nächte, kein Appetit: Carina Witthöft war die Lust auf die Tennis-Tour vergangen. Einst galt sie als größte Hoffnung für die Zeit nach Angelique Kerber. Auch die Chance auf ein Comeback in Stuttgart ist nun dahin.

Um Carina Witthöft ist es zuletzt still geworden. Foto: dpa/Anthony Anex
Um Carina Witthöft ist es zuletzt still geworden. Foto: dpa/Anthony Anex

Stuttgart - Carina Witthöft hat ihre Teilnahme an der Turnierserie des Deutschen Tennis Bunds kurzfristig abgesagt. Aufgrund einer Verletzung müsse die 25-jährige Hamburgerin zurückziehen und werde durch Romy Kölzer ersetzt, teilte der Verband am Montag mit. Ihre erste Vorrundenpartie war für Dienstag in Stuttgart angesetzt gewesen. Bereits im Februar war ein Comeback-Versuch der früheren Top-50-Spielerin aufgrund von Rückenbeschwerden gescheitert.

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All den Erwartungen im Einzelsport Tennis fühlte sich die Hamburgerin zuletzt nicht mehr gewachsen. Auch der mentale Stress war der 25-Jährigen zu viel geworden, schlaflose Nächte trieben sie um. Gepaart mit Verletzungen und anderen Interessen führte dies dazu, dass sich Witthöft im Januar 2019 zu einer Karriere-Pause entschied. Sie stieß damit auch auf Kritik, erntete verwundertes Kopfschütteln.

„Ich hatte oft ein flaues Gefühl im Magen. Die körperliche Anspannung und die mentale Belastung waren so groß, dass ich nie Appetit hatte und nichts essen konnte“, verriet Witthöft kürzlich in der „Sport Bild“. Sie offenbarte mögliche Schattenseiten des Tennis-Geschäfts, die den Zuschauern oft verborgen blieben. Der Druck sei „ins Unermessliche“ gestiegen.

Mit der Damen-Chefin in einen Clinch geraten

„Vor Matches habe ich teilweise ganze Nächte lang nicht geschlafen“, schilderte sie. Bei langen Wartezeiten sei sie dann einfach eingeschlafen, weil sie körperlich am Ende war. „Ich habe mir alles sehr zu Herzen genommen und war gegen Ende einfach überfordert mit der gesamten Situation. Die ganzen Verletzungen haben es nicht besser gemacht“, begründete sie bei „Advantage - der Tennis & Sportpodcast“.

Mit der Damen-Chefin im deutschen Tennis war Witthöft in einen Clinch geraten. Die frühere Fed-Cup-Teamchefin warf der einstigen Nummer 48 der Welt mangelndes Durchhaltevermögen vor. Die Spielerin des Clubs an der Alster würde ihr Talent verschleudern. „Sie hatte alles, was es benötigt, um unsere nächste Top-10-Spielerin zu werden“, sagte Rittner vor Kurzem. „Aber ich war wohl doch zu weit weg, um zu spüren, dass der Druck sie kaputt gemacht oder gehemmt hat oder dass sie einfach nicht bereit war, diesen Druck auszuhalten.“

Erster und einziger Titel 2017 in Luxemburg

Schon als sie 19 Jahre alt war, hatte Witthöft die dritte Runde der Australian Open erreicht. 2017 feierte sie in Luxemburg ihren ersten und bisher einzigen Titel. Früh wuchsen dadurch die Hoffnungen, dass sie die drohende Lücke nach dem Abtreten der Generation um Angelique Kerber füllen kann. Die dreimalige Grand-Slam-Gewinnerin traut ihr dennoch viel zu und hatte von Anfang an Verständnis: „Es hat jeder seine eigenen Rechte“, sagte die Wimbledonsiegerin von 2018 jüngst. „Vielleicht kommt sie in ein paar Jahren wieder, und es hat ihr gut getan.“

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