Carmen Opernaufführung auf der Freilichtbühne Killesberg

Von Widmar Puhl 

Am 17. August gibt es auf der Spardawelt-Freilichtbühne Killesberg die beliebte Oper „Carmen“ von Georges Bizet.

Das Ensemble Venezia Festival Opera bringt „Carmen“ auf den Killesberg. Foto: Veranstalter
Das Ensemble Venezia Festival Opera bringt „Carmen“ auf den Killesberg. Foto: Veranstalter

Das große bulgarische Tournee-Ensemble Venezia Festival Opera mit über 120 Sängern und Musikern unter der Leitung von Andrey Andreev, Dirigent Nayden Todorov und Regisseurin Nadia Hristo sind dem Publikum aus dem Vorjahr bekannt (Verdis „Nabucco“). Für Atmosphäre sorgt das Bühnenbild von Rada Hadzhiyska.

Bizets „Carmen“ bietet dem Publikum, was man so im 19. Jahrhundert für typisch Spanisch hielt: eine Welt aus Armut, Leidenschaft und Gewalt. Das Klischee wird verkörpert durch Mädchen, die für ihre Aussteuer in der Zigarettenfabrik schuften und für die es der Gipfel der Emanzipation ist, in der Pause eine zu rauchen, durch Zigeunerinnen, die Flamenco tanzen und sich etwas nuttig benehmen, sowie durch Machos (die natürlich Soldaten, Schmuggler oder Stierkämpfer sind). Heute würde man sagen: Schlampen und Machos. Erotik, Intrigen und blutige Kämpfe, aber auch die fesselnde Ouvertüre, die Ohrwurm-Arien und bezaubernde Duette machen „Carmen“ zu einer der meistgespielten Opern überhaupt.

Proben waren nervenaufreibend

Dabei waren bereits die Proben zur Uraufführung in Paris für Bizet eine nervenaufreibende Veranstaltung. Das Orchester lehnte sich gegen die Musik mit starken Flamenco-Akzenten auf, der Chor weigerte sich neben dem Singen auch noch zu spielen. Bei der Erstaufführung am 3. März 1875 reagierte das Publikum ablehnend und fand den Inhalt nicht standesgemäß. Selbstbestimmte weibliche Sinnlichkeit, den Realismus der Halbwelt und der einfachen Leute auf die Bühne zu bringen entsprach den Idealen des kommenden Verismo-Theaters, war aber damals ein Skandal. Auch viele Kritiker verurteilten Musik und Handlung als ausländisch und unmoralisch.

Novelle aus dem Jahr 1843

Das Libretto geht auf die gleichnamige Novelle von Prosper Mérimée aus dem Jahr 1846 zurück. In Sevilla erliegt der Sergeant Don José, verlobt mit dem Bauernmädchen Michaëla, dem Charme der Zigeunerin Carmen. Als diese wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses festgenommen wird, verspricht sie Don José ihre Gunst für ihre Freiheit. Der Sergeant lässt sie laufen und wird dafür selbst inhaftiert. Danach überredet sie ihn, zu desertieren, ihr in die Berge zu folgen und Schmuggler zu werden. Doch ihre Liebe zu Don José vergeht rasch; Carmen wendet sich dem Stierkämpfer Escamillo zu, obwohl die Karten sagen, dass das ihren Tod bedeutet. Da erreicht Michaëla die Schmugglerhöhle und ruft Don José zu seiner sterbenden Mutter. Er folgt ihr und verabschiedet sich mit Drohungen von Carmen. Beim Stierkampf in Sevilla treffen sie sich wieder. Er fleht sie an, ihn nicht zu verlassen, doch sie bleibt hart. Da sticht er zu.

„Carmen“: 17. August, 19 Uhr, Spardawelt-Freilichtbühne Killesberg, Tickets 07 11 / 84 96 16 72 oder online.