„Carmina Burana“ in Waiblingen und Weinstadt 200 Musizierende und eine Malerin

Von Annette Clauß 

Die „Carmina Burana“ kann man am Wochenende in Waiblingen und Weinstadt erleben. Der Verein Kommunale Bühne inszeniert Carl Orffs Werk mit rund 200 Musikern, die Malerin Sibylle Bross bietet Aktionskunst auf der Bühne.

Endspurt: Am Wochenende werden die  „Carmina Burana“ zweimal aufgeführt. Foto: Stoppel
Endspurt: Am Wochenende werden die „Carmina Burana“ zweimal aufgeführt. Foto: Stoppel

Waiblingen/Weinstadt - Vor vier Jahren hat Michael Davis bei einer Veranstaltung zur Ideensuche für die Remstal-Gartenschau einen Notizzettel ans Schwarze Brett gepinnt: „Carmina Burana“ stand darauf. Das von Carl Orff verfasste Werk über die Höhen und Tiefen des Lebens wollte Michael Davis mit Musikern aus möglichst vielen Orten im Remstal auf die Bühne bringen. „Ich fand, diese vor Leben strotzende Geschichte wäre ein tolles interkommunales Projekt und würde wunderbar zur Gartenschau passen.“

Weil sein Verein, die Kommunale Bühne, zwar seit vielen Jahren mit Laien und Profis Musik- und Theateraufführungen inszeniert, aber kein eigenes Orchester und keinen Chor hat, musste Michael Davis zunächst kräftig für seine Idee trommeln und das Remstal rauf- und runtertouren. „Ich habe verschiedene Chöre angesprochen und meine Beziehungen aus früheren Projekten genutzt“, erzählt der Wahl-Beutelsbacher, der Geige und Bratsche studiert hat, aber auch gerne singt und schauspielert – und bei den „Carmina Burana“ den Dirigentenstab schwingt.

Vier Probeorte und 200 Beteiligte

Die Mühe hat sich gelohnt: Mehr als 100 Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Chören des Remstals machen mit, außerdem die Musikschule Unteres Remstal und die Musikschule Saitenspiel, das Rems-Murr-Sinfonie-Orchester, der Rems-Murr-Chor und die Stimmbildungs-AG des Remstal-Gymnasiums. Stolz ist Michael Davis auch, dass er als Solisten die Sopranistin Johanna Pommranz, den Tenor Joaquín Asiáin und den Bariton Johannes Mooser für die Großveranstaltungen in Waiblingen und Weinstadt begeistern konnte. Seit Oktober laufen die Proben – mal in kleineren Gruppen, mal im Gesamtorchester mit rund 200 Beteiligten. „Wir haben vier Probenorte, dahinter steckt eine Riesenlogistik“, erzählt Michael Davis. Zum Glück hat er mit solchen Mammutprojekten schon Erfahrungen gesammelt – zuletzt vor rund vier Jahren, als er in einer ähnlich großen Besetzung erst in Weinstadt, dann in Waiblingen „Anatevka“ inszenierte.

Aktionskunst mit Sibylle Bross

„Musik ist Bewegung und Rhythmus“, sagt Michael Davis. Er sei mehrmals gefragt worden, ob beim Konzert auch ein Tanzensemble auftrete. Das ist nicht der Fall, aber so kam er auf die Idee, die Malerin Sibylle Bross mit auf die Bühne zu holen. „Ich habe sie schon als Aktionskünstlerin erlebt“, erzählt Davis, dessen Vorschlag bei der Künstlerin gleich Anklang fand. Die Zuschauer können bei den beiden Konzerten also neben Sängerinnen und Musikern auch Sibylle Bross in Aktion beobachten, die live ein Bild malen wird. „Ich werde auf einer Leinwand, die etwa anderthalb auf zwei Meter groß ist, ein Bild entwickeln“, sagt Sibylle Bross. Dieses werde im Laufe des etwa einstündigen Konzerts verschiedene Stadien durchlaufen und die Stimmungen in der Musik widerspiegeln – was voraussetzt, dass Sibylle Bross die Melodien wie die Konzertierenden üben und genau im Kopf haben muss. „In dem Moment“, sagt sie, „bin ich Bewegungskünstler.“

Zwei Konzerte im Rems-Murr-Kreis

Die „Carmina Burana“ sind am Samstag, 25. Mai, von 19 Uhr an im Waiblinger Bürgerzentrum, am Sonntag ab 18 Uhr in der Beutelsbacher Halle zu sehen. Die nicht nummerierten Karten kosten 14 bis 18 Euro, ermäßigt zehn Euro. Ab anderthalb Stunden vor Konzertbeginn gibt es eine Bewirtung.