InterviewCarsharing in Filderstadt „Ein Stadtmobil spart etwa acht Privatautos“

Von Patrick Steinle 

Ein eigenes Fahrzeug zu besitzen, ist für viele selbstverständlich. Dabei steht es laut Statistik die allermeiste Zeit nutzlos herum. Stadtmobil bietet Carsharing an. Conny Elser erklärt, für wen sich das Konzept lohnt und was es der Umwelt bringt.

Vier rote Stadtmobil-Autos stehen im Parkhaus des Filderstädter Bahnhofs. Foto: Patrick Steinle
Vier rote Stadtmobil-Autos stehen im Parkhaus des Filderstädter Bahnhofs. Foto: Patrick Steinle

Filderstadt - Seit sechs Jahren stehen Autos von Stadtmobil im Parkhaus an der S-Bahnhaltestelle in Bernhausen. Die roten Fahrzeuge sind unverkennbar und helfen Menschen in verschiedensten Lebenslagen. Conny Elser ist ehrenamtliche Mitarbeiterin bei Stadtmobil und verantwortlich für Filderstadt. Sie weiß, wer die Autos nutzt, wieso sie gut für die Umwelt sind und schätzt die Lage der Carsharing-Nutzung im Fildergebiet ein.

Was ist Carsharing, Frau Elser?

Carsharing – das Teilen von Autos – bietet in Filderstadt Stadtmobil an. Angemeldete Kunden können die zur Verfügung gestellten Autos jederzeit mieten. Im Gegensatz zum Free Floating muss das Auto wieder an denselben Ort gebracht werden. In Filderstadt stehen vier Wagen im Parkhaus am S-Bahnhof. So sollte immer ein freies Auto zur Verfügung stehen. Zunächst muss zwischen dem Fahrer und Stadtmobil ein Vertrag geschlossen werden. Anschließend kann man – rund um die Uhr – über die Hotline, online oder per App einen Wagen für einen bestimmten Zeitraum spontan leihen oder reservieren.

Wer nutzt diese Fahrzeuge denn?

Die Nutzer von Stadtmobil haben unterschiedliche Bedürfnisse. Familien brauchen einen Kombi, um in den Urlaub zu fahren, Einzelpersonen wollen nur einen Freund besuchen, den Einkauf tätigen oder sogar Möbel transportieren. Es sind natürlich häufiger Einzelpersonen jüngerer Generationen, die das Angebot nutzen. Allgemein kann man aber sagen, dass Menschen, die vor neuen Lebensabschnitten stehen, häufig auf Carsharing umsteigen. Wenn man zum Beispiel nicht mehr das Auto der Eltern benutzen kann oder, ganz simpel, wenn man Bedenken hat, dass das eigene Auto durch den TÜV kommt.

Welche Vorteile hat der Nutzer, wenn er sich drauf einlässt?

Man muss keine Benzinkosten oder Versicherungen zahlen und auch keine Inspektionen durchführen lassen. Man kann sagen, dass sich Carsharing für Leute lohnt, die im Jahr weniger als 12 000 Kilometer mit dem Auto zurücklegen. Da der Standort fix ist, muss auch kein Parkplatz gesucht werden. Außerdem gibt es Stadtmobil in 180 Städten in Deutschland. Ist man bei Stadtmobil angemeldet, kann man dort überall Autos mieten.

Und was bringt es der Umwelt, Frau Elser?

Pro Carsharing-Auto werden sieben bis neun Privatfahrzeuge eingespart. Das heißt etwa acht Autos weniger belasten das Klima, und es sind auch acht Fahrzeuge weniger im Verkehr unterwegs. Dadurch erleichtert sich beispielsweise auch die Parkplatzsuche, bei der vom Autofahrer oft mehrere Runden gedreht werden müssen.

Sind Sie zufrieden mit der Carsharing-Situation auf den Fildern?

Der Standort an einer S-Bahn ist klasse. Dort halten Bahnen und Busse, Fahrräder können abgestellt werden. Dieses Konzept wird in Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen verfolgt. Für weitere Standorte müsste man zuerst schauen, ob die entsprechende Auslastung erreichbar ist.