Am Carsharing scheiden sich die Geister im Gemeinderat von Grafenau. Nun soll der Verwaltungsausschuss über das Thema beraten.

Zur Aufarbeitung weitergegeben in den Verwaltungsausschuss wurde im Grafenauer Gemeinderat am Montag ein Antrag zum Thema Carsharing. „Dann haben wir eine Diskussionsgrundlage“, erklärte Bürgermeister Martin Thüringer. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen und Die Partei bittet die Gemeinde darum, ein solches Angebot im Flecken zu prüfen und einzuführen. Einen entsprechenden Bericht stellte Thüringer nach der Verlegung in den Ausschuss für das kommende Frühjahr in Aussicht.

 

Landesförderung bei E-Ladesäulen

Immer wieder habe er diesbezügliche Anfragen aus der Bürgerschaft, erklärte der Grafenauer Schultes, und auch das Angebot eines Vereines aus der Umgebung liege bereits seit zwei Monaten vor. Kosten für die Gemeinde würden keine entstehen. „Wir stellen nur den Platz zur Verfügung“, so Martin Thüringer. Mit E-Ladesäulen würde es sogar eine Förderung vom Land geben. Sein Vorschlag deshalb: Zwei bis drei Anbieter abfragen nach den Konditionen.

Doch schon in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag wurde deutlich, dass das Thema die Gemüter im Gremium spaltet. Während Rita Graf (Bündnis 90/Die Grünen) euphorisch von einer verbesserten Wohnqualität sprach, will Mathias Wolff (FWG) das Carsharing bestenfalls als Einnahmequelle für die Gemeinde nutzen, da es sich um ein privates Geschäftsmodell handele, das die ohnehin knappe öffentliche Verkehrsfläche als Stellplätze nutze. „Man kann damit den Zweitwagen sparen“, führte Rita Graf aus. Für Mathias Wolff dagegen ist Carsharing auch aus Kapazitätsgründen einer schon jetzt überaus personell belasteten Verwaltung „kein Thema, das die Gemeinde entwickeln soll“. Er stellte demgegenüber seine Idee einer Pacht für mögliche genutzte Stellplätze am Dätzinger Schloss oder in der Döffinger Ortsmitte in den Raum.

Carsharing für die Verwaltung?

Die ebenfalls im Antrag aufgeworfene Frage nach einem Nutzen des Carsharing für die Gemeindeverwaltung, die dann möglicherweise als „Ankerkunde“ fungieren könne, konnte Martin Thüringer nur bedingt bejahen. „Ich muss das Fahrzeug haben, wenn ich es brauche“, stellte er dazu fest. Trotzdem komme man an Carsharing als „Thema der Zeit“ nicht vorbei und werde im Frühjahr 2026 nach den Beratungen im Verwaltungsausschuss erste Ergebnisse im Gemeinderat präsentieren.