Carsharing in Stuttgart Gebildete Männer teilen lieber

Von Caroline Leibfritz 

Wer teilt und leiht gerne Autos und warum? Die Universität Stuttgart untersucht die Attraktivität von Mitfahrzentralen und Carsharing-Anbietern.

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Stuttgart - Gut situierte, gebildete Männer im Alter zwischen 30 und 60 Jahren, die in einer Großstadt leben, sind gerne zum Teilen bereit – zumindest, wenn es um Fortbewegungsmittel geht. Denn sie sind diejenige Bevölkerungsgruppe, die am häufigsten die Angebote von Carsharing-Agenturen nutzt, ihr eigenes oder ein von der Agentur geliehenes Auto also gerne mit anderen teilt. Dies zeigt ein Forschungsprojekt, das derzeit am Interdisziplinären Forschungsschwerpunkt Risiko und Nachhaltige Technikentwicklung (Zirn) der Universität Stuttgart durchgeführt wird.

Mit dem ProjektKollektiv – gemeinsam fahren, sparen, Klima wahren“ wollen die Forscher herausfinden, wie mehr Menschen dazu gebracht werden können, gemeinsam private Verkehrsmittel zu nutzen. Hintergrund ist zum einen das immer höhere Verkehrsaufkommen in den Städten, zum anderen der umweltschonende Aspekt von alternativen Mobilitätsformen.

Aufschluss über Vor- und Nachteile

Für ihr Projekt haben die Sozialwissenschaftler Gespräche mit Privatpersonen, Wissenschaftlern, Vertretern städtischer Einrichtungen, Mietfahrradverleihen und Carsharing-Anbietern geführt. Zudem haben sie eine Online-Befragung organisiert, an der sich vorwiegend Menschen aus den Untersuchungsgebieten Sachsen und Baden-Württemberg beteiligten. Auf diese Weise, so der Projektleiter Michael Zwick, habe die Uni mehr als 1600 Fragebögen sammeln können, die nun Aufschluss über die Anreize, Vor- und Nachteile von alternativen Mobilitätsangeboten geben sollen.

Etwa ein Fünftel der Befragten, so Zwick, habe die Nutzung von Carsharing-Angeboten direkt ausgeschlossen. Alle anderen hätten aber Interesse an dieser Form der Mobilität bekundet. Zwar haben die Wissenschaftler erst vor wenigen Tagen mit der Auswertung ihrer Daten begonnen. Der eine oder andere Trend lässt sich aber heute schon ableiten.

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