Castortransport EnBW zufrieden mit Neckarfahrt

Von kew 

Ohne Zwischenfall ist der umstrittene Transport von Atommüll aus Obrigheim ins Zwischenlager nach Neckarwestheim abgeschlossen worden. Was wird jetzt aus dem Obrigheimer Kraftwerksgelände?

Atomkraftgegner beobachten, wie auf der anderen Seite des Neckars der Castortransport aus Obrigheim am Kernkraftwerk in Neckarwestheim vor Anker geht. Foto: dpa
Atomkraftgegner beobachten, wie auf der anderen Seite des Neckars der Castortransport aus Obrigheim am Kernkraftwerk in Neckarwestheim vor Anker geht. Foto: dpa

Neckarwestheim - Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist am Dienstagmorgen der fünfte und letzte Transport von Atommüll aus dem still gelegten Kernkraftwerk Obrigheim (Neckar-Odenwald-Kreis) über den Neckar ins Zwischenlager nach Neckarwestheim (Landkreis Heilbronn) zu Ende gegangen. „Am Standort Obrigheim befinden sich keine Brennelemente mehr“, meldete der Energieversorger EnBW. Sobald der verbliebene schwach und mittel radioaktive Müll entsorgt sei, könne das 33 Hektar große Kraftwerksgelände zu einem Industriegebiet entwickelt werden. „Es gibt Ideen. Wir hoffen auf eine weitere Zusammenarbeit mit der EnBW“, sagte der Bürgermeister Achim Walter (FDP).

„Wir haben nun auch in der Praxis nachgewiesen, dass Castor-Transporte auf dem Neckar sicher sind“, sagte der Geschäftsführer der Kernkraftsparte der EnBW, Jörg Michels. Herbert Würth vom Bündnis Neckar castorfrei bezeichnete die Flussfahrt hingegen erneut als unkalkulierbares Risiko. Wenige Stunden vor dem Transport war auf dem Rhein zwischen Wörth und Iffezheim ein Gütermotorschiff mit einem Schubverband kollidiert. Daraufhin trieb ein Schiffsanhänger führerlos rheinabwärts. Wenn so etwas bei einem Atomtransport geschehe, seien die Folgen dramatisch. Der Wasserweg trage das höchste Risiko einer weiträumigen Verseuchung.

Auch in Obrigheim werde es in den nächsten Jahrzehnten keine „grüne Wiese“ geben, sagte Würth. Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) freute sich hingegen darüber, dass es nur noch zwei Zwischenlager im Land gebe. In Neckarwestheim herrscht derweil Depression. „In der Bevölkerung fühlt es sich wie ein Endlager an“, sagte der Bürgermeister Jochen Winkler (parteilos). „Meine Aufgabe ist es jetzt, dafür zu kämpfen, dass es nicht so bleibt.“