Es war es ein gutes Jahr für die CDU: zuerst das gute Ergebnis bei den Landtagswahlen, dann das sehr solide Wahlergebnis im Bund – und schließlich annehmbar bei den Kommunalwahlen. Die Europawahl dagegen ist ein kleiner Ausreißer nach unten.

Nürnberg - Womöglich war das doch alles ein grober Fehler, nicht nur am Schluss beim Kleinen Parteitag der CSU in Nürnberg vor zwei Wochen, als man der CSU bereits anmerkte, wie lästig ihr der vierte Wahlkampf innerhalb von kurzer Zeit wurde. Wie überflüssig ihr alles, was außerhalb des Freistaats passiert, mitunter erscheint: dort, in Nürnberg, segnete man ein Europaprogramm ab, das den Namen Programm nicht verdiente. Und es fühlte sich der bayerische Spitzenkandidat der CSU, Markus Ferber, gezwungen, Ausfälligkeiten zu produzieren gegenüber dem Spitzenkandidaten der SPD, Martin Schulz. Es war ein Fehler, die EU-Wahl als lästiges Anhängsel zu betrachten. Das ist in Bayern mit einer furchtbaren Wahlbeteiligung und mit nur rund 40 Prozent der Stimmen bestraft worden.

Die CSU hat viel gewonnen in diesem Jahr: erst vergleichsweise glorreich bei den Landtagswahlen, dann sehr solide im Bund für die Union – und schließlich annehmbar bei den Kommunalwahlen. Die Europawahl ist ein mittelschwerer Ausreißer nach unten – und wird auch vom Generalsekretär Andreas Scheuer als solcher bewertet. Freilich hat die CSU nicht an die SPD verloren, die sich in Bayern schon freut, von 12, 9 Prozent bei der EU-Wahl 2009 mal wieder auf zwanzig Prozent gekommen zu sein. Verloren hat sie an die AfD, wo sich jener Widerstand formiert, den die CSU am meisten fürchtet: leicht rechter Rand, unzufriedene Wohlstandsbürger. Wer AfD wählt (und nicht Freie Wähler, die schlecht abgeschnitten haben), schneidet im Freistaat Fleisch vom Fleische der CSU heraus. Der Vorstand wird sich heute mit dieser Entwicklung beschäftigen müssen.

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