Der Leonberger CDU-Chef und Mittelständler Oliver Zander beklagt weitere Kosten für die Unternehmen. Sein Vorschlag für Entlastung sieht kein zusätzliches Einkommen vor.
Kritik am eigenen Kanzler Friedrich Merz kommt vom Leonberger CDU-Vorsitzenden Oliver Zander: „Über die beschlossenen Maßnahmen – insbesondere was die sogenannte Entlastung der Bürger zulasten der Arbeitgeber betrifft – bin ich, vorsichtig ausgedrückt, nicht begeistert“, erklärt Zander gegenüber unserer Zeitung. „In der Politik sollte dasselbe gelten wie im Restaurant: Wer bestellt, soll bitte auch bezahlen.“
Zander, der hauptberuflich Prokurist bei Permatrade ist, einem in Leonberg ansässigen Unternehmen für Wasseraufbereitungstechnik, bezieht sich auf den sogenannten steuer-und abgabenfreien Krisenbonus von 1000 Euro, den die schwarz-rote Bundesregierung den Arbeitnehmern gewähren will. Knackpunkt: Finanzieren soll das nicht der Staat, sondern die jeweiligen Unternehmen.
Eine „echte Entlastung für alle“ aus bestehendem Einkommen
„Grundsätzlich ist die Idee, Arbeitnehmer über eine Zahlung zu entlasten, die von Steuern und Sozialversicherung befreit ist, nicht schlecht“, meint Zander, der lange Landesvorsitzender der CDU-nahen Mittelstandsvereinigung war. „Allerdings sollte es die Möglichkeit geben, innerhalb eines Jahres allen Mitarbeitern eine gewisse Summe – zum Beispiel 1000 oder 2000 Euro – abgabenfrei zukommen zu lassen, und zwar aus dem aktuellen Einkommen. Das heißt: nicht als zusätzliches Einkommen, sondern als Entlastung aus dem bestehenden Lohn.“ Dadurch wäre eine „echte Entlastung“ gewährleistet – und die Betriebe würden nicht zusätzlich belastet.
Oliver Zander: „Betriebe haben keine Luft“
Wie sehr Unternehmen jetzt schon in Bedrängnis sind, macht Zander am eigenen Betrieb deutlich: „Durch die aktuelle Situation steigen bei uns täglich die Kosten. Wir haben eine große Anzahl von Mitarbeitenden, die dienstlich mit dem Auto unterwegs sind. Damit steigen unsere Tankrechnungen um rund 30 Prozent. Das entspricht mehreren Tausend Euro im Monat.“ Zudem hätten zahlreiche Lieferanten und Speditionen Preiserhöhungen angekündigt oder bereits umgesetzt.
„Das bedeutet im Konkreten: Unternehmen haben in der derzeit angespannten Wirtschaftslage keine Luft für zusätzliche Aufwendungen“, sagt der Chef der Leonberger CDU. „Von der Variante hingegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Betrag abgabefrei aus dem bestehenden Einkommen zukommen zulassen, hätten alle Beteiligten etwas.“