CDU-Spitzenkandidatur Strobl fürchtet den Zweikampf nicht

Sie wollen beide als CDU-Spitzenkandidaten in den Landtagswahlkampf ziehen: Landeschef Thomas Strobl (links) und Landtagspräsident Guido Wolf. Foto: dpa
Sie wollen beide als CDU-Spitzenkandidaten in den Landtagswahlkampf ziehen: Landeschef Thomas Strobl (links) und Landtagspräsident Guido Wolf. Foto: dpa

2016 will er das Amt des Ministerpräsidenten für die CDU zurückgewinnen: Thomas Strobl bestätigte jetzt auch offiziell, dass er bei der Landtagswahl 2016 als Spitzenkandidat antreten will. Den Wettbewerb mit  Guido Wolf fürchtet er nicht.

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2016 will er das Amt des Ministerpräsidenten für die CDU zurückgewinnen: Thomas Strobl bestätigte jetzt auch offiziell, dass er bei der Landtagswahl 2016 als Spitzenkandidat antreten will. Den Wettbewerb mit Guido Wolf fürchtet er nicht.

Stuttgart - Der Zweikampf um die CDU-Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2016 hat begonnen: Nach Landtagspräsident Guido Wolf erklärte auch der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl, sich um die Spitzenkandidatur zu bewerben. Der 54-jährige Bundestagsabgeordnete aus Heilbronn bestätigte am Dienstag in Stuttgart offiziell, dass er seine Partei in zwei Jahren zurück an die Macht führen will. Strobl will Grün-Rot vor allem in der Bildungs- und Verkehrspolitik sowie in der Inneren Sicherheit angreifen. Strobl warnte die CDU aber vor Siegesgewissheit: „Die Landtagswahl ist noch lange nicht gewonnen."

Auf die Frage, was ihn für das Amt des Regierungschefs qualifiziere, nannte der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Strobl seine umfangreiche politische Erfahrung in der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik. Wann der Herausforderer von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) per Mitgliederbefragung offiziell gekürt wird, ist allerdings noch offen. Der Zeitplan soll bei der nächsten CDU-Vorstandssitzung am 16. Juni besprochen werden, sagte Generalsekretärin Katrin Schütz.

"Erfahrung mit solchen Wettbewerben"

Strobl trat Befürchtungen entgegen, der Zweikampf um die Spitzenkandidatur könne der CDU schaden und die Partei in Lager spalten. „Ich habe Erfahrung mit solchen Wettbewerben“, beteuerte der Jurist. Er erinnerte daran, dass es 2011 auch eine Kampfabstimmung um den CDU-Landesvorsitz gegeben habe. Er und sein damaliger Konkurrent Winfried Mack seien aber fair miteinander umgegangen. „Es ist keine vergiftete Atmosphäre zurückgeblieben.“

Strobl hatte den Vorsitz der Südwest-CDU nach der Wahlniederlage bei der Landtagswahl 2011 übernommen. Er verordnete der Partei einen Modernisierungskurs. Strobl sieht sich heute in diesem Weg bestärkt. Bei der Bundestagswahl hatte die Südwest-CDU im Vergleich der Unions-Landesverbände das zweitbeste Ergebnis nach der CSU eingefahren. Bei der Europawahl konnte sie - entgegen dem Bundestrend für die Union - ein Plus von 0,6 Punkte auf 39,3 Prozent verzeichnen.

Strobl: FDP nicht abschreiben

Strobl erinnerte daran, dass die Südwest-CDU bei der Europawahl auch stärker als Grüne und SPD zusammen gewesen seien. Befragt nach möglichen Koalitionsoptionen nach der Landtagswahl, schloss Strobl jede Form der Zusammenarbeit mit der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) aus. Zurückhaltend äußerte er sich zur FDP: Er wolle sie nicht abschreiben, beteuerte Strobl. Aber die Partei müsse den Wiederaufstieg im Bund und im Land alleine schaffen.

Im Landtagswahlkampf werde die Bildungspolitik ein Schwerpunkt sein. Strobl warf Grün-Rot vor, die Schultypen und somit auch die Schüler ungleich zu behandeln, da die Gemeinschaftsschule bevorzugt werde. Könne Grün-Rot nach 2016 weiterregieren, würden im Bildungssektor „irreparable Fakten“ geschaffen.

Strobl will die von Grün-Rot angestoßenen Reformen im Schulsektor aber nicht ganz zurückdrehen. Eine bestimmte Anzahl von Gemeinschaftsschulen werde das Land nicht umbringen. Die verbindliche Grundschulempfehlung will er nicht wieder einführen - dafür aber ein verbindliches Beratungsgespräch. Es solle Eltern eine Orientierung geben, wenn sie am Ende der Grundschulzeit über die weiterführende Schule ihres Kindes entscheiden müssen.

Der Heilbronner wird bei der Landtagswahl für ein Mandat antreten - in welchem Wahlkreis, ließ er am Dienstag weiter offen. Sollte er ins Landesparlament gewählt werden, werde er sein Bundestagsmandat niederlegen, kündigte Strobl an, der auch Chef der baden-württembergischen CDU-Abgeordneten im Bundestag ist. Er wurde am Sonntag bei der Kommunalwahl auch in den Gemeinderat seiner Heimatstadt Heilbronn wiedergewählt, dem er seit 25 Jahren angehört.

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