CDU-Vorsitz Votum zu Aschermittwoch

Von Maria Wetzel 

Die Spitze der Südwest-CDU Union will bei ihrem Politischen Aschermittwoch in Fellbach bekannt geben, wen sie sich als Bundesvorsitzenden wünscht.

CDU-Landeschef Thomas Strobl, Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann und Generalsekretär Manuel Hagel (v. li.) Foto: dpa/Sebastian Gollnow
CDU-Landeschef Thomas Strobl, Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann und Generalsekretär Manuel Hagel (v. li.) Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Stuttgart - Für Susanne Eisenmann wäre eigentlich Jens Spahn der richtige Parteivorsitzende für die Zukunft. „Trauen wir uns eine längerfristige Lösung zu? Dafür würde zum Beispiel ein Jens Spahn natürlich eher stehen als ein Friedrich Merz“, sagte die Kultusministerin und CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2021 kürzlich unserer Zeitung. Auch Manuel Hagel, Generalsekretär der Südwest-CDU, hielt den Gesundheitsminister bisher für den geeigneten Bewerber.

Doch das ist Schnee von gestern: Der 39-jährige Spahn erklärte am Dienstag, dass er beim CDU-Bundesparteitag  am 25. April nicht mehr für den CDU-Vorsitz kandidiere, sondern einen Vizeposten anstrebe. Mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (59), Ex-Fraktionschef Friedrich Merz (64) und Ex-Umweltminister Norbert Röttgen (54) steht ein neues Triumvirat zur Wahl. Wen die CDU-Landesspitze unterstützt, wollen Landeschef Thomas Strobl, Eisenmann und Hagel beim Politischen Aschermittwoch in Fellbach bekannt geben.

Frauen kritisieren Kampfabstimmung

„Ein neuer Vorsitzender braucht Charisma und muss Anziehungskraft über die Partei hinaus haben. Er muss die ganze Partei mitnehmen, für Aufbruch stehen und die richtigen Ideen für die Zukunft haben. Die CDU braucht auch klare Führung“, sagte Hagel am Dienstag. Er sei erleichtert, dass darüber bereits im April entschieden werde: „So vermeiden wir eine Castingkatastrophe wie bei der SPD mit ihren monatelangen Personalquerelen.“

Die Frauen-Union Baden-Württemberg bedauert, dass es erneut zu einer Kampfabstimmung um den Bundesvorsitz kommt. Entscheidend für die CDU-Frauen seien die Inhalte der Kandidaten: Etwa welches Frauen- und Gesellschaftsbild und welche Familienpolitik sie vertreten, ob und wie sie sich für die Beteiligung und Chancengleichheit von Frauen stark machen, sagte die Landesvorsitzende Susanne Wetterich: „Die CDU muss für Frauen attraktiv bleiben, Das ist kein Selbstläufer.“ Noch immer gebe es zu wenig Frauen in der Partei und in den Parlamenten.

Junge Union will Merz

Klar positioniert hingegen hat sich die Junge Union im Südwesten. Der Landesvorstand habe bereits Mitte Januar beschlossen, Friedrich Merz zu unterstützen, sagte Philipp Bürkle, Landeschef der CDU-Nachwuchsorganisation. Es habe nur eine Gegenstimme gegeben.

„Entscheidend sollte sein, welcher Kandidat bei der Bevölkerung und auch der CDU-Anhängerschaft die größte Zustimmung erhält und für Aufbruch und Erneuerung statt einem bloßen ‚Weiter so‘ steht“, sagt Wolfgang Reinhart, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Klar sei, dass alle nach dem Parteitag für diese überfällige Neuausrichtung „mit breiteren Flügeln geschlossen kämpfen und einstehen“ müssten, um die CDU wieder als starke Kraft der Mitte nach vorne zu bringen.