CDU-Wahlkampf in Baden-Württemberg Die erneute Abgrenzung der CDU von der AfD ist notwendig

Manuel Hagel will AfD-Wählern goldene Brücken zurück in die Mitte bauen. Foto: Silas Stein/dpa

CDU-Wahlkämpfer Manuel Hagel will bisherigen AfD-Wählern goldene Brücken bauen. Das ist ein strategisches Dilemma, analysiert unsere Autorin.

Politik/Baden-Württemberg : Bärbel Krauß (luß)

Vielleicht hat Baden-Württembergs CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel keine Alternative zu diesem Dilemma. Um selbst eine Mehrheit bei der Landtagswahl zu erreichen, muss er auch bisherige AfD-Wähler umgarnen. Dazu hält Hagel ausweislich der Positionierung vom Wochenende einen harten Kurs beim Thema Zuwanderung offenbar für unerlässlich. Je breiter die „goldenen Brücken“ sind, die er dieser Klientel bauen will, desto verwechselbarer drohen aktuelle CDU-Positionen mit Forderungen zu werden, die ursprünglich die AfD vertreten hat.

 

Acht Prozent würden AfD-Kandidat zum Ministerpräsident wählen

Das kann nicht nur Wähler in der Mitte verschrecken sondern kann bei einem Teil der CDU-Anhänger die Hoffnung nähren, dass die bisherigen Unvereinbarkeitsbeschlüsse nach der Wahl doch überwindbar werden, wenn sonst nur eine Koalition mit den Grünen möglich wäre.

Groß sei die Zahl der Rechtssympathisanten in den eigenen Reihen nicht, heißt es stets. Aber jüngst erklärten acht Prozent der CDU-Anhänger in einer Umfrage, im Fall einer Direktwahl würden sie den AfD-Kandidaten Markus Frohnmaier zum Ministerpräsidenten wählen. Zu vernachlässigen ist diese Größenordnung nicht. Man kann Hagel abnehmen, dass er mit der AfD nicht gemeinsame Sache machen wird. Der erneute Abgrenzungsbeschluss ist aber nötig, um solchen Tendenzen vorzubauen. Je härter die CDU sich in Flüchtlingsfragen positioniert, desto schwieriger wird die Gratwanderung.

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