CDU-Wahlkampf in Baden-Württemberg Hagels Coup mit dem Wirtschaftsrat allein für Baden-Württemberg

Bei einer Klausurtagung hat Manuel Hagel Rückdeckung für seinen Wirtschaftsrat bekommen. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

In der Standortkrise baut der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel auf Verstärkung aus der Wissenschaft. Das ist ein kluger Schachzug, kommentiert Bärbel Krauß.

Politik/Baden-Württemberg : Bärbel Krauß (luß)

Mit der Ankündigung, einen Rat der Wirtschaftsweisen speziell für das Land zu berufen und den renommierten Ökonomen Lars Feld an dessen Spitze zu holen, ist dem CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel ein kleiner Coup für den Wahlkampf gelungen. Erstens ist es ohnehin klug, dass der 37-Jährige sich angesichts der tief greifenden, ökonomischen Strukturkrise gerade am hiesigen Wirtschaftsstandort Verstärkung aus der Wissenschaft holt. Hagel muss schon gewärtigen, dass ihm sein junges Alter in manchen Wählerschichten eher angekreidet als zugute gehalten wird. Je dunkler die ökonomischen Krisenzeichen werden, desto mehr kann das ins Gewicht fallen.

 

Zweitens ist ihm mit der Berufung erstmals eine Initiative gelungen, die konkret und damit auch für breite Wählerschichten verständlich ist. Drittens setzt Hagel mit dem Schuldenbremsen-Fan Feld ein klares Signal für seinen Kurs. Auch wenn es – was angesichts der Umfragen wahrscheinlich ist – nicht zu einem schwarz-gelben, sondern zu einem schwarz-grünen Bündnis kommen dürfte, baut Hagel auf konservativ-liberalen Wirtschaftssachverstand. Nun kann Papier verdammt geduldig sein, selbst wenn es von den hochkarätigsten Experten stammt. Aber die Krise trifft das Land hart. Sie ist politisch nicht leicht zu lindern. Und auf die Verlegenheit, aus dem Ruder laufende Ausgabenwünsche abzuwehren, muss sich eh jeder angehende Regierungschef einstellen. Da kann Expertise helfen – sofern Hagel die Wahl gewinnt.

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