Chancenlos beim 1:3 FC Bayern scheidet aus Champions League aus

Von red/dpa 

Als „Endspiel“ hatte Bayern-Trainer Niko Kovac das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Liverpool bezeichnet. Das 0:0 im Hinspiel erwies sich als das erwartet gefährliche Ergebnis - mit einem bitteren Ende für die Münchner.

Die Bayern fanden kein Durchkommen. Foto: dpa
Die Bayern fanden kein Durchkommen. Foto: dpa

München - Ein hilfloser FC Bayern ist an Jürgen Klopp und dem FC Liverpool gescheitert. Das 1:3 (1:1) im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League besiegelte die komplette Niederlage in den deutsch-englischen Fußball-Wochen, in denen zuvor Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 ausgeschieden waren. Vor 70 000 Zuschauern schlugen sich die Münchner am Mittwochabend selbst. Nach einem schweren Patzer von Manuel Neuer in dessen 100. Königsklassenspiel brachte Sadio Mané den Vorjahresfinalisten in Führung (25.). Liverpools Abwehrchef Virgil van Dijk (69.) und erneut Mané (84.) besiegelten mit ihren Kopfballtreffern den Bayern-K.o.

Ein Eigentor des früheren Schalkers Joel Matip (39. Minute) hielt den Bundesliga-Spitzenreiter zwischenzeitlich im Rennen um das achte Viertelfinale in Serie. Drei Wochen nach dem viel gelobten 0:0 an der Anfield Road ging die Taktik von Bayern-Trainer Niko Kovac nicht auf. Viel zu selten setzte sein Ensemble offensiv Akzente. Durch das Aus der Münchner findet das Viertelfinale der Königsklasse erstmals seit 2006 ohne deutsche Beteiligung statt.

Erhebliche Schwächung

„Wir müssen das Spiel gewinnen, ein Unentschieden hilft uns nicht weiter“, sagte Kovac vor dem Anpfiff bei Sky und sprach von einem „Endspiel“. Doch die Bayern hatten nur in den ersten Minuten mehr vom Spiel - auch weil sie während einer Behandlung von Liverpool-Kapitän Jordan Henderson ein Paar Minuten in Überzahl spielten. Thiago versuchte es aus der Distanz, sein Schuss ging aber über das Tor (9.). Henderson konnte nicht weitermachen, für ihn kam Fabinho (13.).

Was eigentlich eine erhebliche Schwächung für die Gäste hätte darstellen müssen, erwies sich als Initialzündung. Die Bayern fanden kein Durchkommen. Safety first hieß die Devise. Alles andere als Sicherheit strahlte dann Neuer beim Liverpooler Führungstor aus. Tags zuvor von Kovac noch als „Lebensversicherung“ bezeichnet, kam Neuer nach dem Pass auf Mané unnötigerweise aus dem Tor, wurde mit einer Drehung genarrt und konnte dem Schlenzer nur noch hinterherschauen.

Das Tor zeigte Wirkung bei den Bayern, die vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Direktor Oliver Bierhoff ohne Überzeugung im Offensivspiel ein wenig schüchtern agierten. Trotz zuletzt elf Toren in zwei Bundesligaspielen fehlte den Bayern ohne die gesperrten Thomas Müller und Joshua Kimmich und den verletzten Arjen Robben die Durchschlagskraft. Franck Ribéry, der im Vergleich zum 0:0 vor drei Wochen neu in die Startelf gerückt war, konnte sich mit seinen bald 36 Jahren nicht wie erhofft in Szene setzen.

Bayern wirkten kurzzeitig entschlossener

Eine starke Szene hatte Neuer allerdings in der 34. Minute, als er bei einem Schuss von Andrew Robertson aus spitzem Winkel reaktionsschnell parierte. Etwas überraschend fiel dann der Ausgleich. Nach einem Zuspiel von Niklas Süle kam Serge Gnabry über die rechte Seite und passte nach innen, wo der frühere Schalker Matip den Ball vor dem einschussbereiten Robert Lewandowski ins eigene Tor bugsierte. Auf der Tribüne haute Bayern-Präsident Uli Hoeneß dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge kräftig auf die Schulter.

Auch dieses Tor zeigte Wirkung: Die Bayern wirkten nun kurzzeitig entschlossener, vor allem der im Hinspiel schon starke Javi Martínez und Thiago lebten im Mittelfeld Entschlossenheit vor.

Nach dem Wechsel waren es aber wieder die in Grau spielenden Reds, die den ersten Akzent setzten. Einen gefährlichen Schuss von Mohamed Salah wehrte Neuer gut ab (50.). Offensiv kam aber weiter insgesamt zu wenig vom Tabellenführer der Bundesliga. Ribéry blieb ohne Wirkung und musste nach einer Stunde seinen Platz räumen für Kingsley Coman.

Lewandowski fehlten gute Anspiele und Durchsetzungskraft gleichermaßen. James Rodríguez hatte keine Bindung zum Spiel und wurde ebenfalls ausgewechselt (Renato Sanches/79.). Liverpool dagegen blieb gefährlich(er). Einen tückischen Ball von Trent Alexander-Arnold lenkte Neuer noch zur Ecke. Diese trat James Milner und fand van Dijk, der aus fünf Metern zum 1:2 einköpfte. Die Münchner blieben zu zaghaft, wagten zu wenig - und Mané versetzte ihnen mit dem dritten Liverpooler Treffer endgültig den K.o.