Zwei Stunden warten Birgit und Steffen mit ihrer Familie am Donnerstag vor der Sicherheitskontrolle am Stuttgarter Flughafen. „Hier weiß keiner was“, sagt Birgit. Eigentlich wäre ihr Eurowings-Flug um 12.25 Uhr nach Rom gestartet. Doch dann kommt kurze Zeit später die Durchsage, dass ihr Flug in die italienische Hauptstadt gestrichen ist. Betroffene Passagiere müssten ihr aufgegebenes Gepäck wieder abholen. Es war nicht die einzige Flugverbindung, auf die die Sperrung des Sicherheitsbereichs Auswirkungen hatte.
Die Airlines haben am Donnerstag acht Abflüge gecancelt, teilt die Presseabteilung des Flughafen Stuttgarts am Mittag mit. Bei rund zehn Abflügen habe es Verspätungen von mehr als zwei Stunden gegeben. Die Landungen am Stuttgarter Flughafen waren nicht betroffen. Später gibt die Bundespolizei den Grund für die Sperrung des Sicherheitsbereichs bekannt: Gegen 9.40 Uhr wurde im Rahmen der Luftsicherheitskontrollen ein Gepäckstück entdeckt, das „zunächst keiner Person eindeutig zugeordnet werden konnte“, heißt es in der Pressemitteilung.
Beamte der Bundespolizei durchsuchten den Sicherheitsbereich
Es habe zudem der Verdacht bestanden, dass das Gepäckstück „im Anschluss unberechtigterweise in den Sicherheitsbereich gelangt ist“. Die Bundespolizei sperrte daraufhin den Sicherheitsbereich für die Reisenden, um „polizeiliche Maßnahmen“ einzuleiten. Alle Passagiere mussten ihre Gates im Sicherheitsbereich verlassen und noch einmal zurück in den öffentlichen Bereich, wie der Flughafen Stuttgart informierte. Auch Fluggäste, die bereits zum Abflug ins Flugzeug eingestiegen waren, mussten noch einmal zurück in das Terminal.
Die Beamten der Bundespolizei durchsuchten den Sicherheitsbereich, stellten dabei aber kein verdächtiges Gepäckstück fest, wie es heißt. Gegen 13.41 Uhr beendete die Polizei ihren Einsatz, der Sicherheitsbereich wurde wieder geöffnet. Doch die Warteschlangen zogen sich immer noch über mehrere Hunderte Meter.
Einer, der sich deshalb vordrängeln muss, ist Roland, der über Amsterdam nach Schweden fliegen wollte. Doch daraus wurde erst einmal nichts, der Mann musste ebenfalls sein bereits aufgegebenes Gepäck wieder abholen. „Totales Chaos am Flughafen“, sagt er und berichtet: „Wir waren eigentlich schon am Gate, dann hat die Polizei alles geräumt.“
Gegen Nachmittag keine Warteschlangen mehr zu sehen
Gegen später wird er auf eine Alternativ-Verbindung umgebucht: Nach Amsterdam, aber mit dem Flug weiter nach Stockholm „wird es knapp“, sagt er, als er wieder vor der Sicherheitskontrolle steht, wo sich immer noch viele Menschen tummeln. „Mein Ersatzflug geht in einer halben Stunde. Ich muss jetzt versuchen, mich durch die Menschenmenge durchzudrängen.“ In der Hoffnung, dass er mit diesem Flug dieses Mal bis nach Schweden kommt.
Gegen Nachmittag entspannt sich dann die Lage am Flughafen deutlich. Keine Spur mehr von langen Warteschlangen. Der Sicherheitscheck läuft offenbar wieder im Normalbetrieb.