Charityabend in Stuttgart Wenn man dem Tod zu nahekommt

Von Uwe Bogen 

Über seine Nahtod-Erfahrungen spricht der Moderator Stephan Pregizer am 18. Februar bei einem „Charityabend für Menschlichkeit“ im Stuttgarter Renitenztheater. Mit auf der Bühne sind zwei weitere „Survivors“: Bergsteigerin Heidi Sand und Olympiasiegerin Kirsten Bruhn.

Der  Moderator Stephan Pregizer, der als stolzer Schwabe in Berlin lebt, erlitt nach einer verschleppten Erkältung einen Herzinfarkt. Foto: Rausch
Der Moderator Stephan Pregizer, der als stolzer Schwabe in Berlin lebt, erlitt nach einer verschleppten Erkältung einen Herzinfarkt. Foto: Rausch

Stuttgart - Er war schon „drüber“, wie er sagt. Nach einem Herzinfarkt vor etwa sechs Jahren kämpften die Ärzte dreieinhalb Stunden lang um sein Leben. Sie schafften es, was kaum noch möglich schien, ihn „zurückzuholen“. Stephan Pregizer hat „dort drüben“, wie er unserer Zeitung sagt, ein „wohliges Gefühl“ gespürt.

An „Wärme“ erinnert er sich in diesem Grenzbereich, an den Schnelldurchlauf seines damals 54-jährigen Lebens, an das Gute, das ihm vergönnt war. „Panik kam nicht auf“, berichtet der in Esslingen geborene Moderator, der nun als stolzer Schwabe in Berlin lebt. Aber dennoch sei der Gedanke durch seinen Kopf geschossen, dass es zum Sterben zu früh sei. Über seine Nahtod-Erfahrungen berichtet Pregizer am 18. Februar, 19 Uhr, im Renitenztheater bei einem „Charity-Abend für Menschlichkeit, Solidarität und Lebensfreude“, darüber, wie er sein Leben nach dem Herzinfarkt verändert hat, wie es ihm gelang, Stress abzubauen und vieles mit neuen Augen zu sehen. Zwei weitere „Survivors“ werden bei der Veranstaltung, an der die Deutsche Krebsstiftung mitwirkt, über ihren Kampf sprechen, bei dem sie ihr Leben zurückgewinnen konnten: Bergsteigerin Heidi Sand und Paralympic-Olympiasiegerin Kirsten Bruhn.

Vom tiefsten Punkt ihres Lebens zum Mount Everst

Bei Heidi Sand lautete die Diagnose im Jahr 2010: „Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium“. Am tiefsten Punkt ihres Lebens beschloss sie, den höchsten Punkt der Welt zu erreichen. Anderthalb Jahre nach der Chemotherapie stand die Stuttgarterin auf dem Gipfel des Mount Everst.

„Eine Krebsdiagnose sorgt für eine Schockstarre“, sagt sie heute, „es ist wichtig, dass man nach und nach zur Bewegung zurückfindet“. Heidi Sand engagiert sich in der vor einem Jahr gegründeten Initiative German Cancer Survivor, um Betroffenen Mut zu machen. Sie ist Vorbild dafür, dass man aus einem tiefen Loch herausfinden kann. Selbst wenn es keine Heilungschance mehr gibt, sei es wichtig, die verbleibende Zeit zu nutzen, etwa Frieden mit nahen Menschen zu schließen, mit denen es Streit gab, oder sich Wünsche zu erfüllen.

Über Kleinigkeiten mag er sich nicht aufregen

Bei einem Interview hatte die Bergsteigerin den Moderator Steohan Pregizer kennen gelernt. Weil Heidi Sand so offen über Persönliches sprach, wollte es der Fragensteller auch tun. Der Schwabe und Wahl-Berliner erzählte, wie nach einer verschleppten Erkältung sein Herzmuskel Schaden nahm. Erstmals wird er im Renitenztheater öffentlich über sein Überleben nach dem Infarkt sprechen, über den Gewinn, den er daraus bis heute zieht, weil er sein Leben umgestellt hat. „Wenn ich höre, wie sich manche über Kleinigkeiten aufregen, verlass’ ich das Zimmer“, sagt er, „am liebsten würde ich sie in eine Krebstation mitnehmen.“ Das Leben ist ein wertvolles Gut. Jeder hat nur eines.

Karten für den Charity-Abend am 18. Februar, 19 Uhr, im Renitenztheater unter Telefon 0711 / 29 70 75 .
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