Chinesen kaufen Elfenbein Schmuggelware im Präsidentenjet

Immer mehr Elefanten fallen wegen ihrer Stoßzähne Wilderern zum Opfer. Foto: dpa
Immer mehr Elefanten fallen wegen ihrer Stoßzähne Wilderern zum Opfer. Foto: dpa

Chinesische Diplomaten haben während eines Staatsbesuchs massenhaft illegales Elfenbein gekauft. Das enthüllten Umweltschützer. Für die bedrohten Dickhäuter ist ein Staatsbesuch aus Peking lebensgefährlich.

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Daressalam – Staatsbesuche von Präsidenten sollen Regierungen und ganze Völker einander ja näher bringen. Doch wenn Chinas Präsident Xi Jinping nach Afrika reist, scheinen solche Visiten noch eine ganz andere Funktion zu haben. Bei seinem ersten Besuch auf dem Kontinent Anfang vergangenen Jahres sollen Mitglieder der Entourage des Staatschefs in Tansania dermaßen große Mengen an illegalem Elfenbein aufgekauft haben, dass sich der Preis für die Elefantenstoßzähne in der Hauptstadt Daressalam während des Besuchs verdoppelt habe, berichtet die britischen Umweltschutzorganisation Environmental Investigation Agency (EIA). Statt wie üblich 350 US-Dollar seien für ein Kilogramm Elfenbein bis zu 700 Dollar bezahlt worden sein.

  Die Umweltorganisation stützt sich auf Aussagen des tansanischen Stoßzahn-Händlers Suleiman Mochiwa. Demnach sollen chinesische Händler bereits Tage vor dem Staatsbesuch „viele Kilos“ an Elfenbein aufgekauft haben, die dann in der Präsidentenmaschine außer Landes geschafft worden seien. Die diplomatischen Schmuggler hätten sich den Umstand zunutze gemacht, dass es bei derartigen Visiten keinerlei Zollkontrollen gibt. In Peking wurden die Beschuldigungen als „grundlos“ zurückgewiesen, die tansanische Regierung sprach von „Unsinn“.   Sowohl China wie Tansania unterzeichneten 1989 das Cites-Abkommen, das den Verkauf von Elfenbein verbietet. Dennoch gibt es laut EIA ein „regelrechtes Komplott“ zwischen tansanischen Händlern, Politikern und chinesischen Einkäufern. Als Präsident Jakaya Kikwete vor neun Jahren in Tansania an die Macht kam, gab es dort noch 142 000 Elefanten. Im kommenden Jahr dürfte ihre Zahl auf 55 000 sinken, fürchten Ökologen.

  Im vergangenen Jahr nahm die Polizei in Daressalam drei Chinesen fest, in deren Haus mehr als 700 Elefantenstoßzähne sichergestellt worden waren. Ein Chinese, der 81 Stoßzähne aus dem Land schmuggeln wollte, wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt.   Und China vernichtete erstmals sechs Tonnen an Stoßzähnen und Elfenbeinerzeugnissen, um seine Entschlossenheit im Kampf gegen den Schmuggel zu zeigen. Verkauft wird das Elfenbein im Reich der Mitte allerdings noch immer.




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