Die Rückkehr der chinesischen Raumfahrtmission Shenzhou-20 zur Erde ist derzeit verzögert. Was bedeutet das für die Astronauten?
Laut der China Manned Space Agency (CMSA) wurde die Rückkehrkapsel möglicherweise von Weltraumschrott getroffen. Die drei Astronauten, die eigentlich am Mittwoch zur Erde hätten zurückkehren sollen, befinden sich weiterhin an Bord der Raumstation Tiangong.
Was ist passiert?
Die dreiköpfige Crew der Shenzhou-20-Mission sollte planmäßig am 5. November 2025 auf der Erde landen, nachdem sie sechs Monate auf der chinesischen Raumstation Tiangong verbracht hatte. Kurz vor der geplanten Rückkehr wurde jedoch ein möglicher Treffer durch ein kleines Stück Weltraumschrott festgestellt. Der Schaden wird derzeit von Technikern untersucht, weshalb sich die Rückkehr verzögert. Die drei Astronauten — Kommandant Chen Dong, Chen Zhongrui und Wang Jie — befinden sich daher weiterhin an Bord der Raumstation und sind laut CMSA bei guter Gesundheit. Die Mannschaft der Folgemission, Shenzhou-21, ist bereits an der Station angekommen. Beide Crews arbeiten gemeinsam an wissenschaftlichen Experimenten, während Techniker die Rückkehrkapsel von Shenzhou-20 überprüfen.
Sind die Astronauten wirklich gestrandet?
Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass die Kapsel beschädigt und nicht mehr sicher für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ist, stehen laut CMSA Alternativen zur Verfügung, um die Crew zurückzuholen:
- Rückkehr mit Shenzhou-21: Die Shenzhou-20-Besatzung könnte mit der derzeit angedockten Shenzhou-21-Kapsel zur Erde zurückkehren.
- Notfallstart von der Erde: Zusätzlich ist eine Ersatzkapsel mit einer Trägerrakete vom Typ Long March-2F am Startzentrum Jiuquan einsatzbereit.
Weder die CMSA noch chinesische Staatsmedien berichten von einer akuten Gefahrensituation. Alle Systeme an Bord von Tiangong arbeiten laut den Behörden normal und es bestehe keine Lebensgefahr für die Besatzung.