Christbaummarkt in Prevorst Besondere Adventsgefühle: Ein ganzes Dorf wird zum Weihnachtsmarkt

Jutta Gerstenlauer strickt das ganze Jahr über. Einen Teil ihrer Arbeiten verkauft sie auf dem Christbaummarkt. Foto: Werner Kuhnle

Selbstgemachtes statt „Made in China“ – der Christbaummarkt in Prevorst (Kreis Ludwigsburg) ist etwas Besonderes. Auch, weil es dort eine große Auswahl frischer Weihnachtsbäume gibt.

Ludwigsburg: Sabine Armbruster (sar)

Die Auswahl an Weihnachtsmärkten im Landkreis Ludwigsburg ist riesig. Und jeder hat irgendwie sein eigenes Gepräge. Doch schaut man sich das Angebot an den Ständen an, scheint dieses doch oft recht austauschbar. Handschuhe, Schals und Jacken, Lederwaren, weihnachtliche Dekoartikel oder gar Bratpfannen – nicht selten Massenware, aus aller Herren Länder importiert. Das ist beim Christbaummarkt in Prevorst anders.

 

In dem nur etwa 300 Seelen zählenden, hoch in den Löwensteiner Bergen gelegenen Weiler trifft man noch auf viel liebevoll hergestellte Handarbeit. Zum einen von den Prevorstern selbst gefertigt, zum anderen von kreativen Menschen, die in den wenige Kilometer entfernten Nachbarorten leben.

150 Paar Socken in 15 Größen

Eine davon ist Jutta Gerstenlauer aus Oberstenfeld. Die passionierte Strickerin bringt Jahr für Jahr etwa 150 Paar Socken in 15 verschiedenen Größen mit zum Christbaummarkt. Dazu Schals, Mützen, Pulswärmer, Pullover –Lletzteres sind allerdings Einzelstücke.

Wie viel sie in den elf Jahren gestrickt hat, in denen sie auf dem Prevorster Christbaummarkt vertreten ist, vermag sie nicht zu sagen. Fest steht nur, dass sie – sommers wie winters – am Abend kaum ohne ihre Stricknadeln zu sehen ist. Ein ausgesprochen produktives Hobby: „Mindestens drei Paar Socken sind es pro Woche, dazwischen etwas anderes, damit es nicht zu langweilig wird.“ Reich wird sie davon nicht. „Ich berechne das Material, die Arbeitszeit kann ich praktisch gar nicht mit einberechnen“, sagt die Oberstenfelderin.

Einige der Bilder von Hanns-Otto Oechsle gibt es auch als Weihnachts-Grußkarte. Foto: Werner Kuhnle

Eine andere Form der Kunst pflegt Hanns-Otto Oechsle aus Oberstenfeld. Der pensionierte Lehrer ist nämlich auch ein begabter Maler und setzt Impressionen seiner Heimat – Landschaften, Fachwerkhäuser, Blumen und Stillleben – mit Aquarell-, Öl- und Dispersionsfarben um.

Besonders beliebt zu Weihnachten sind die winterlichen Motive aus verschiedenen Städten und Gemeinden des Landkreises Ludwigsburg und etwas darüber hinaus. Sie gibt es auch als Briefkarten für den besonderen Weihnachtsgruß. Und wem das noch nicht individuell genug ist, der kann sich für seine Karten auch extra ein Motiv malen lassen.

Handgefilzte Krippenfiguren und Holz-Tannenbäume

Handgefilzte Krippenfiguren stellt Angelika Wengel aus Nassach her. Das Gerüst wird aus Pfeifenputzern geformt, gefilzt wird trocken mit der Nadel. Zu Ochs, Esel und Schafen haben sich mit den Jahren Elefanten, Giraffen, Pinguine, Zebras und Eisbären gesellt. „Viele Kunden kommen jedes Jahr und kaufen ein anderes Tier dazu“, erklärt sie. Manche wollten auch wissen, wo sie die Tiere denn einkaufe – und seien dann baff, wenn sie erkläre, die mache sie selbst.

Weihnachtliche Krippenszene aus Filz von Angelika Wengel. Foto: Privat

Das jedoch kostet Zeit. Für ein kleines Schaf brauche sie etwa eine halbe Stunde, für größere Tiere auch schon mal zwei Stunden, sagt sie. Weil sie berufstätig ist, muss sie rechtzeitig anfangen, um pünktlich zum Christbaummarkt genügend Auswahl zu haben.

„Das geht schon im Januar los. Und im November kriege ich dann trotzdem eine Panikattacke“, sagt sie lachend. Ihr Mann, der aus Prevorst stammt, hat ebenfalls Handgefertigtes im Angebot: Er sägt Tannenbäume in verschiedenen Größen aus, die man dann als Deko vor oder ins Haus stellen kann.

Umgesattelt hat dagegen die Prevorster Familie Hellbach. Während früher von der Oma Gestricktes, Gehäkeltes und Genähtes verkauft wurde, gibt es jetzt Selbstgekochtes. Das Chili con Carne, von dem pro Tag etwa 35 bis 40 Liter in die Mägen der Besucher wandern, kann bei Bedarf noch mit mehr Schärfe angereichert werden, damit es allen schmeckt. Erstmals waren im letzten Jahr auch Crêpes im Angebot. „Die waren der Hit“, sagt Marc Hellbach. Man habe gar nicht so viel Nutella herschaffen können, wie verbraucht worden sei.

Info

Daten
Der Christbaummarkt Prevorst startet in diesem Jahr am Sonntag, 7. Dezember. Weiter geht es am Wochenende vom 13. und 14. Dezember sowie am Wochenende vom 20. und 21. Dezember.

Öffnungszeiten
Der Markt findet entlang der gesamten Ortsstraße statt und hat jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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