Christbaumsammlungen auf den Fildern O Tannenbaum, wohin mit dir?

In Leinfelden-Echterdingen und Stuttgart richten die Städte Sammelplätze ein. In Filderstadt  holt die Evangelische Jugend  ausgediente Christbäume ab. Foto: dpa/Jens-Ulrich Koch
In Leinfelden-Echterdingen und Stuttgart richten die Städte Sammelplätze ein. In Filderstadt holt die Evangelische Jugend ausgediente Christbäume ab. Foto: dpa/Jens-Ulrich Koch

In Corona-Zeiten läuft vieles nicht seinen gewohnten Gang. Das gilt auch für die Abholung ausgedienter Christbäume. Je nach Kommune werden sie auf den Fildern anders entsorgt. Wir geben einen Überblick.

Filder - Die Meldung im Amtsblatt der Stadt Leinfelden-Echterdingen von Mitte Dezember ist kurz und knackig. „Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung des Landes fällt die Christbaumsammlung im Januar 2021 aus. Bitte stellen Sie keine Christbäume an den Straßenrand, diese werden nicht abgeholt!“ Bürger müssten sie in diesem Jahr selbst entsorgen, und zwar bei einer der Kompostierungsanlagen des Abfallwirtschaftsbetriebes des Kreises.

Risiko für Ehrenamtliche

Einige bringt das auf die Palme. „Wie soll eine 80-jährige Oma aus Ober- oder Unteraichen ohne Auto ihren Baum nach Stetten transportieren? Und die anderen stopfen ihren Baum ins Auto und stehen dort ich weiß nicht wie lange Schlange und emittieren Aerosole?“, schreibt eine Frau bei Facebook. „Müll wird doch auch abgeholt, also warum keine Bäume . . . völlig unlogisch“, findet eine andere. Ein Mann klärt auf: „Die Sammlungen machen Vereine in LE. Wenn denen das Risiko wegen Corona zu hoch ist, ist das zu akzeptieren.“

Tatsächlich rücken normalerweise der CVJM Echterdingen, der Posaunenchor Leinfelden-Musberg und das DRK aus, um Bäume gegen eine kleine Spende einzusammeln. Heuer wäre das am 9. Januar gewesen, doch da befindet sich Baden-Württemberg noch im Lockdown. Für Ron Wüst, DRK-Bereitschaftsleiter, lässt sich das nicht vereinen. „Was ist das für ein Symbol, wenn man im Lockdown draußen rumspringt?“, sagt er, zumal man die Ehrenamtlichen schützen müsse. Das Risiko seien die Einnahmen nicht wert.

Die Stadt Leinfelden-Echterdingen lenkt ein

Ähnlich sieht es Stefan Zuber als Vorstandsmitglied des Posaunenchors. „Wir hätten es gern wieder gemacht, aber dieses Jahr ist nichts Standard.“ Die Stadt habe die Musikanten informiert, dass die Vereinssammlung selbst mit Hygienekonzept nicht genehmigungsfähig sei.

Einen Tag vor Weihnachten lenkt die Stadt dann doch ein und gibt bekannt, Sammelplätze einrichten zu wollen. Vollständig abgeschmückte Bäume können zwischen dem 7. und dem 14. Januar an folgenden beschilderten Stellen deponiert werden: im Bereich Leinfelden und Unteraichen an den Parkplätzen Sportpark Goldäcker, Sport- und Freizeitzentrum Leinfelden und Hallenbad, in Echterdingen an der Grünanlage Charlottenweg, am Bauhof (Ex-Polstermarkt) und am Parkplatz Friedrich-List-Straße, in Stetten an der Grünanlage Ungerhaldenweg sowie am Parkplatz Theater unter den Kuppeln, in Musberg an den Parkplätzen Festplatz und gegenüber dem Aktivspielplatz Häfner Steige, außerdem in Oberaichen am Parkplatz an der L 1192 Richtung Musberg, an der Grünanlage Häuserwiesenstraße und am Parkplatz Vaihinger Straße.

Banderolen helfen in Filderstadt weiter

Je nach Kommune sind Christbaum-Abholungen anders geregelt. In Filderstadt ist das Sache der Evangelischen Jugend. Im jüngsten Amtsblatt werden Interessenten genau ins­truiert, um die Abholung möglichst kontaktfrei zu gestalten. Bis zum 8. Januar kann man in mehr als einem Dutzend Verkaufsstellen im Stadtgebiet – Bäckereien, Metzgereien oder Apotheken – für eine Spende ab zwei Euro Banderolen kaufen. Wer will, dass sein Christbaum mitgenommen wird, schlingt die Banderole drum und legt ihn am 9. Januar von 8 Uhr an am Straßenrand bereit.

In Stuttgart ist der Baum-Abtransport städtisch geregelt. Bis zum Dreikönigstag können Bürger ausgediente Tannen an einer Vielzahl von Sammelstellen deponieren. Allein in Vaihingen sind es sechs. Das Team der Abfallwirtschaft wird die Plätze ab dem 7. Januar abklappern. Der Service ist kostenfrei. In manchen Bezirken sind zusätzlich auch Vereine aktiv. In Möhringen etwa nimmt seit bald 30 Jahren der CVJM Christbäume mit – nicht so in der Pandemie. „Mehr als 70 Personen sind bei der Sammlung beteiligt, so dass dies unweigerlich zu vielen Kontakten führen würde“, heißt es in einer Mitteilung. Dies könne der CVJM in Zeiten von Corona nicht verantworten. Im Januar 2022 wolle man aber wieder dabei sein.




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