Wer den Christmas Garden betritt, taucht ein in eine Welt aus Licht, Funkeln, Farben und Musik. Das konnten die Besucher am Mittwochabend bei der Eröffnung der fünften Veranstaltung dieser Art in der Wilhelma erleben. Der Zoo-Direktor Thomas Kölpin und Veranstalter Christian Doll von C2-Concerts sprachen zu Recht von einem „besonderen Tag“. In der dunklen Jahreszeit erstrahlt der zoologisch-botanische Garten im Lichterglanz und ist so auf neue Art zu erleben.
In rotes Licht getaucht ist die Allee neben der Damaszenerhalle. Rote Herzen hängen in den Bäumen. Romantik pur. Dass die historische Halle in bunter Beleuchtung zu sehen ist, lässt die Herzen so mancher Besucher höher schlagen. Der Zoo einmal ganz anders. Der Christmas Garden schafft es, gerade die historischen Kostbarkeiten der Wilhelma wunderschön in Szene zu setzen – als I-Tüpfelchen zu den anderen Besonderheiten.
Und so führt der Rundweg in Richtung Maurischem Garten durch illuminierte Tore, die die Ornamentik des Baustils noch betonen. Auf dem Weg findet sich so manches Herz aus reinem Licht.
Flammender Farbenrausch am Seerosenteich
Im Maurischen Garten ist einer der Höhepunkte zu sehen: Feuer und Wasser werden im Seerosenteich und im Teich nebenan zauberhaft in Szene gesetzt. Ein flammender Farbenrausch, der langsam beginnt. Die Büsche um den Teich sind erst weiß beleuchtet und wechseln dann in Regenbogenfarben. Gleichzeitig züngeln Flammen aus Seerosen im Wasser, in der Mitte erheben sich ein Wasserstrahl und Flammen zugleich. Dazu sinfonische Musikklänge. Zauberhaft und zugleich magisch, wie kommen hier Wasser und Feuer zusammen? Es sind in der Tat einzigartige Kreationen, die Lichtdesigner Andreas Boehlke geschaffen hat.
Rudi, das Rentier mit roter Stupsnase
Die Bäume sind bunt illuminiert und zeigen sich in voller Pracht. Auch das maurische Landhaus und der Maurische Festsaal erstrahlen bunt. Auf dem Weg zu den Subtropenterrassen gibt es noch so manche Überraschung: Ein beleuchtetes Tier mit Hörnern und roter Stupsnase: Ja, es ist Rudi, das Rentier, das Groß und Klein erfreut und erste Weihnachtsgefühle hervorrufen dürfte. Blickt man hoch zum Belvedere, der architektonischen Krönung der historischen Gebäude, ist man beeindruckt von dem bunten Licht, das den orientalischen Zauber der Gebäude, die so viel Geschichte atmen, noch unterstreicht.
Es empfiehlt sich, den Blick nach oben zu richten: Denn jetzt kündigen sich magische Wolken an. Die Besucher können an einem Seil ziehen und dann den besonderen Lichterglanz erleben, der sich unter dem Wolkenzelt entfaltet. Der Rundgang führt hoch zu den Schneeleoparden. Die Brücken sind bunt illuminiert und helfen bei der Orientierung. Menschen zücken Handys, um die magischen Momente zu fotografieren. Etwa bei den Felsen, die sternenhaft beleuchtet sind. Kurz darauf ist die Regenbogenwelt erreicht. Viele längliche Lichtsäulen schlängeln sich nach oben und verändern sich regenbogenartig in bunt wechselnden Farben. Ein faszinierendes Schauspiel, das sich am besten mit bloßem Augen erfassen lässt und den sonst wenig beachteten Bereich in bunte Schwingung versetzt.
Zauberwald mit tanzenden Feen
Es gibt noch weitere beleuchtete Tiere: einen Elefanten und zwei Kängurus. Dann geht es in den Zauberwald. Die Mammutbäume sind in Licht getaucht, das die Pracht und Schönheit dieser hohen und mächtigen Gewächse unterstreicht. Es finden sich Tiere auf Transparenten, Feen tanzen auf den Baumstämmen und Lichtpunkte, es riecht nach Wald, die Sinne werden neu geschärft. Die Besucher können Märchenhaftes erleben.
Ein beleuchteter Durchgang entpuppt sich als beliebtes Fotomotiv. Auch bei den historischen Gewächshäusern gibt es jede Menge zu entdecken. Glückssterne geleiten die Besucher zum Ausgang. Im Christmas Garden finden sich an vielen Stellen veritable Glücksorte. Das Herz oder ein goldener großer Barockrahmen, in den sich die Besucher stellen können, sind viel fotografierte Motive. Und neben den kulinarischen Köstlichkeiten, die in mehreren Bereichen angeboten werden, gibt es auch besinnliche Sprüche, die in Erinnerung bleiben. Zum Beispiel ein Satz des Malers Vincent van Gogh: „Das Feuer in seiner Seele soll man nie ausgehen lassen, sondern schüren.“
Noch bis zum 14. Januar kann der Christmas Garden erlebt werden. Tickets und Informationen gibt es unter www.christmas-garden.de/stuttgart