Christmas Garden wieder in Stuttgart Verwirrung um Maskenpflicht in der Wilhelma

Von Frank Rothfuß 

Der Christmas Garden will wieder ein bisschen Lichterglanz nach Stuttgart bringen. Von November an werden 1,5 Millionen LED-Lichter die Wilhelma erhellen. Dort kämpft man indes mit unklaren Corona-Vorschriften.

Der Christmas Garden lockt auch 2020. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Der Christmas Garden lockt auch 2020. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Als Zoodirektor kann man dieser Tage nicht nur Tiere hüten, auch die Rechtskunde gehört zum Kerngeschäft. Unter „Paragraf drei, Absatz eins, Nummer zwölf“, fand Wilhelma-Chef Thomas Kölpin in der neuen Corona-Verordnung den Hinweis: „Auch in den für den Publikumsverkehr zugänglichen Bereichen von öffentlichen Einrichtungen gilt jetzt eine Maskenpflicht.“ Alles klar also, dachte er. Künftig müssen die Besucher überall in der Wilhelma Masken tragen. Wenige Stunden später hieß es dann: Für die Wilhelma gelten die Vorschriften für die Freizeitparks. Was bedeutet, es bleibt alles beim Alten. Vorerst. Eine Maske muss man tragen in den Gebäuden, an der Gastro, an den Eingängen und vor den Gehegen von Raubtieren und Affen.

Lichter schauen ist erlaubt

Das hat auch seine Auswirkungen auf den Christmas Garden. Da kann das Hygienekonzept nun genauso wie geplant umgesetzt werden. Ohne Maskenpflicht im Freien. Zum dritten Male werden 1,5 Millionen LED-Lichter die Wilhelma in den Abendstunden erhellen. Vom 13. November bis zum 10. Januar locken wieder ein Lichtermeer, tanzende Sterne und magische Hologramme. So bleibt uns immerhin ein kleines Stückchen Weihnachten erhalten, aber stopp – ist das überhaupt erlaubt? Veranstaltungen dürfen doch höchstens 100 Besucher haben.

„Der Christmas Garden ist keine Veranstaltung“, sagt Christian Doll von der Agentur C2-Concerts, „technisch gesehen ist er eine Verlängerung der Wilhelma-Öffnungszeiten“. Das habe er schriftlich von der Stadt. Ein wertvolles Dokument in diesen Zeiten. Lichter schauen ist also erlaubt.

Weniger Besucher dürfen kommen

Der Einbahnweg ist heuer wieder zwei Kilometer lang. Ihn zu verlängern kam nicht in Frage, denn das hätte die Tiere in ihrer Nachtruhe gestört. So blieb nur die klassische Möglichkeit, das Geschehen zu entzerren: Man lässt weniger Leute herein. Zwischen 17 und 21 Uhr ist der Eintritt in verschiedenen Zeitfenstern möglich. Je Fenster dürfen nun nur noch 300 bis 400 Menschen in die Wilhelma, damit habe man die Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr halbiert, sagt Doll. Voriges Jahr kamen insgesamt 150 000 Besucher.

An sieben Standorten in Deutschland setzt die Deutsche Entertainment AG (DEAG) ihr Konzept Christmas Garden mit lokalen Partnern um. Überall gebe es andere Vorschriften, sagt DEAG-Vorstand Christian Diekmann, was das Planen nicht einfacher macht. In Stuttgart sind Gastronomiestände auf dem Gelände geplant. Glühwein soll es geben. Ob sich das noch ändert? Ein Alkoholverbot droht? Oder gar kein Essen und Trinken verkauft werden darf? Da ist auch Christian Doll überfragt: „Wir hoffen es nicht. Aber wir sind für alles gerüstet.“ Sollte doch eine Maskenpflicht auf allen Wegen kommen, so ist die Wilhelma bestens vorbereitet. Im Zooladen gibt es schicke Masken, mit Tiermotiven, ab 6,99 Euro.

Informationen

Christmas Garden: 13. November bis 10. Januar. Einlass von 17 Uhr an. Karten kosten 18 bis 22 Euro, für Kinder 15,50 bis 19,50 Euro. Kinder bis einschließlich 5 Jahre zahlen nichts. Familientickets kosten zwischen 50 und 63 Euro. Infos über www.christmas-garden.de/stuttgart/



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